Wissenschaftliches Schreiben in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre – Ein Interview mit Lasse Cronqvist

Anlässlich des Starts der Kleinen Reihe Hochschuldidaktik Politik beim DVPW-Kongress 2018 veröffentlichen wir eine Serie kurzer Interviews mit den Autorinnen und Autoren.

1) Worum geht es in Ihrem Buch?

Der Band möchte zur stärkeren Einbindung von schreibbasierten Lehrmethoden in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre anregen. Kompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens sollten nicht nur in spezifischen propädeutischen Veranstaltungen gelernt werden, sondern auch in regulären fachwissenschaftliche Lehrveranstaltungen. Dabei wird im Buch aufgezeigt, dass die vorgestellten Übungen nicht zu Abstrichen bei der Vermittlung von politikwissenschaftlichen Inhalten führen müssen, sondern dass die fachwissenschaftliche Lehre vielmehr auch von der Einbindung von Übungen zur Verbesserung von Schreibfähigkeiten profitieren können.

Dazu erfolgt nach einer kurzen Einführung zur Bedeutung des Schreibens in der Lehre eine Analyse wesentlicher Probleme im Rahmen des wissenschaftlichen Schreibens. Die fachspezifischen Besonderheiten des Schreibens in der Politikwissenschaft werden herausgearbeitet und Möglichkeiten aufgezeigt, Schreibfähigkeiten in der Lehre stärker zu fördern. Verdeutlicht wird dies an fünf Beispielen, welche jeweils ein konkretes Lehrszenario darstellen, und dabei aufbauend auf Beispielen aus meinen eigenen Lehrveranstaltungen das Einbinden von Schreibtätigkeiten exemplarisch darstellen. Dabei werden sowohl die Hintergründe für die Anwendung der jeweiligen Methodik dargestellt als auch konkrete Hinweise zur Durchführung gegeben.

 

2) Warum ist dieses Thema für die politikwissenschaftliche Hochschullehre wichtig?

Das Schreiben als Kulturtechnik ist die wesentliche Form der Präsentation wissenschaftlicher Fortschritte, und auch der Erfolg eines wissenschaftlichen Studiums hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit der Studierenden ab, ihre wissenschaftlichen Arbeiten in adäquater Form zu präsentieren.

Daher sollte die Vermittlung von Schreibfähigkeiten einen festen Platz in der wissenschaftlichen Lehre einnehmen. Dies gilt umso mehr, da in diesem Bereich vielfältige Probleme bei den Studierenden zu beobachten sind, welche häufig kaum oder gar nicht in Lehrveranstaltungen angesprochen werden. Aus Sicht (nicht nur) von Studienanfängern ist dies problematisch, da die von den Studierenden als Prüfungsleistung geforderten Hausarbeiten nicht gezielt in den Seminaren vorbereitet werden, und größere Fehlerquellen im studentischen Arbeiten daher vor Abgabe der Prüfungsleistung unentdeckt bleiben. Durch die geschickte Verbindung von fachwissenschaftlicher Lehre und Übungen zur Förderung des Schreibvermögens der Studierenden lassen sich sowohl für den Lernerfolg in Bezug zu den wissenschaftlichen Inhalten der Lehrveranstaltung, wie auch im wissenschaftspropädeutischen Bereich hohe Synergieeffekte erzielen.

 

3) Wer sollte dieses Buch lesen?

Das Buch richtet sich an Lehrende, welche neue Ansätze für ihre Lehrveranstaltungen suchen. Dabei binden die vorgestellten Szenarien vor allem Anwendungsbeispiele aus Seminaren ein, in denen Studierende alleine oder in kleineren Gruppen entsprechende Übungen durchführen. Die Anwendung ist dabei sowohl in grundlegenden Kursen der Studieneingangsphase wie in vertiefenden Veranstaltungen auch in Masterstudiengängen möglich. Die verwendeten Beispiele entstammen der Vergleichenden Regierungslehre, sind aber so gestaltet, dass eine Übertragung auf andere Teildisziplinen der Politikwissenschaft ohne Probleme möglich ist.

 

Das Buch ist bestellbar über http://www.wochenschau-verlag.de/wissenschaftliches-schreiben-in-der-politikwissenschaftlichen-hochschullehre.html und alle Buchhändler.

Facebooktwittergoogle_pluslinkedin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.