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Heterogenität in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre

Neuer Band in der Kleine Reihe Hochschuldidaktik Politik erschienen

Tanja Brühl und Matthias Hofferberth beschäftigen sich mit dem wichtigen Thema der Heterogenität in politikwissenschaftlicher Hochschullehre. Unser Sprecher Matthias Freise hat mit Matthias Hofferberth über den neuen Band gesprochen:

Matthias, worum geht es in diesem Buch?

In erster Linie geht es darum, ein bisher eher vernachlässigtes Thema der Hochschuldidaktik aufzugreifen und auszuführen, auf wie vielen verschiedenen Ebenen wir Heterogenität denken können müssen. Plakativ: Heterogenität ist mehr als Leistungsdifferenz und zu den vielen uns bekannten Unterschieden gesellen sich noch viele weitere, deren man sich erstmal bewusst werden muss! Zweitens geht es uns darum, entsprechend der Kleinen Reihe Hochschuldidaktik, praktische Tipps und konkrete Vorschläge für den Umgang mit Heterogenität anzubieten. Dabei unterscheiden wir verschiedenen Situationen (Lehrplanung und -umsetzung) und ob es primär um (Selbst-)Reflektion oder um Interaktion geht. Dabei war uns drittens und zu guter Letzt wichtig, dass wir Heterogenität nicht (nur) als Herausforderung und als Problem, sondern auch als Chance und Bereicherung ansehen. Offensichtlich sind dies alles aufgeladene Begriffe und alleine der Wechsel von Heterogenität zu Vielfalt (im Sinne von diversity) reflektiert bereits einen Paradigmenwechsel. Mit anderen Worten, uns geht es auch um einen normativen Beitrag, in der Vielfalt unserer Studierenden etwas Bereicherndes zu sehen. Dies ist gerade für eine kritisch-reflektierte Politikwissenschaft, verstanden als Basis für eine aufgeklärte und (welt-)offene Gesellschaft, wichtig.

Warum ist dieses Thema Eurer Meinung nach für die politikwissenschaftliche Hochschullehre wichtig?

Heterogenität und Unterschiede erleben wir ständig, sowohl in der Lehre als auch darüber hinaus. Unser Umgang hiermit ist oftmals unreflektiert und auf Leistungs- und Motivationsunterschiede reduziert – wie oft framen wir Studierende als faul, desinteressiert oder einfach nicht in der Lage, komplexen Diskussionen zu folgen, ohne darüber nachzudenken, welche Prädispositionen und Kontextfaktoren hierbei eine Rolle spielen könnten? Ein Bewusstsein darüber, dass Studierenden in viel grundlegenderer Art und Weise unterschiedlich sind, kann als Grundlage für eine differentielle Hochschullehre und somit ganz allgemein als base line für gute Hochschuldidaktik verstanden werden. Wie wir im Band herausarbeiten, nimmt die Vielfalt unserer Studierenden weiter zu – eine Entwicklung, die wir explizit als Chance und nicht als Krise verstehen wollen. Eine politikwissenschaftliche Hochschullehre, die sich darüber aber keine Gedanken macht und implizit Unterschiede als Problem wahrnimmt, kann nicht in der Lage sein, Studierenden und ihren Lebenswelten gerecht zu werden.

Wer sollte dieses Buch lesen?

Jeder (lacht!). Im Ernst, mit der Thematik wird sich nur auseinandersetzen wollen, wer prinzipiell zur Selbstreflektion bereit ist und bereits eine eigene hochschuldidaktische Perspektive für sich entwickelt hat. Das Buch, auch wenn es praktische Hinweise im zweiten Teil anbietet, ist keine how to-Anleitung. Dies gibt der Gegenstand für uns einfach nicht her. Gewinnbringend ist demnach das Buch für alle, die über einzelne hochschuldidaktische Methoden hinausgehen und allgemein über die eigene Rolle in der Lehre im Licht von Unterschieden nachdenken möchten. Klischeehaft gewendet, es sollten alle dies Buch lesen, denen Studierende als Individuum und nicht als vermeintlicher Repräsentant eine soziodemographischen Gruppe wichtig sind – es geht uns nicht um gute oder schlechte Studierenden, um „Studierende mit Migrationshintergrund“ oder „Studierende mit Lerneinschränkung“, um „bildungsferne“ Studierende oder „Akademikerkinder“, uns geht es um vorurteilsfreie und offene Interaktion miteinander. Alle, die dieses Interesse teilen, werden sich in dem Buch wiederfinden.

Neugierig? Hier geht es zum Band: https://wochenschau-verlag.de/heterogenitaet-in-der-politikwissenschaftlichen-hochschullehre-3688.html

Digitale Lehre Vol. V – Workshop: Interaktive Elemente in der Onlinelehre

Am 14. Mai 2020 bietet der AK Hochschullehre den nunmehr 5. Workshop zur digitalen politikwissenschaftlichen Lehre an. Wir freuen uns auf das spannende Thema:

Interaktive Elemente in der Onlinelehre – Was, wie und warum?

  • Wann: Donnerstag, 14. Mai, 16:30 – 17:30 Uhr
    Wo: https://wwu.zoom.us/j/94839482688 
  • Meeting-ID: 948 3948 2688
  • Passwort: 023472
  • Der Workshop wird aufgezeichnet. Ein entsprechender Hinweis erfolgt vor Beginn der Aufzeichnung.
Zum Workshop:

Patricia Konrad, Tina Rosner-Merker und Gabi Schlag stellen in ihrem Workshop verschiedene Tools und Formate zur interaktiven Gestaltung von synchroner sowie asynchroner Onlinelehre vor. Sie geben dabei Einblicke in die Lehrpraxis eines seit 2016 stetig weiterentwickelten, standortübergreifenden Seminars aus dem Bereich der Friedens- und Konfliktforschung, skizzieren interaktive Elemente unterschiedlicher Intensität und Komplexität sowie diskutieren die Vor- und Nachteile verschiedener Tools und Formate. Die Teilnehmenden erhalten im Rahmen des Workshops auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Probleme zu besprechen und erste eigene Eindrücke von ausgewählten Tools zu sammeln.

Unsere Referentinnen:

Patricia Konrad ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Universität Hamburg und lehrt seit 2016 im Projekt des standortübergreifenden Ringseminar. Ihre Forschungsschwerpunkte innerhalb der Friedens- und Konfliktforschung sind Kriegsursachenforschung, nicht-staatliche Gewaltakteure und genderbasierte Gewalt.

Tina Rosner-Merker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie lehrt seit dem 2018 im standortübergreifenden Ringseminar. Im Fokus ihrer Forschung und Lehre stehen die Themen Anerkennung, Sezession und Wandel von Staatlichkeit.

Gabi Schlag ist akademische Rätin an der Eberhard Karls Universität Tübingen und koordiniert das MA-Studienprogramm “Peace Research and International Relations”. Sie lehrt seit 2019 im standortübergreifenden Ringseminar. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Internationalen Beziehungen / Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Gewalt und Visualität.

 

Es geht weiter: Neue Angebote zur digitalen Lehre

Neue Workshop-Termine

Nach dem erfolgreichen Start in der vergangenen Woche, bietet der AK kommende Woche erneut zwei Workshops zu digitalen politikwissenschaftlichen Lehre an:

Thema: Politikwissenschaftliche Schreibübungen in Corona-Zeiten
Referentin: Kathrin Loer, Fernuniversität Hagen
Termin: Dienstag, 28. April 2020 um 17.30-18.30 Uhr
Ort: Zoom 
Meeting-ID: 951 5750 0049
Passwort: 009866
Wissenschaftlich zu schreiben ist eine zentrale Kompetenz, die Studierende der Politikwissenschaft erwerben müssen. Damit, wie diese Kompetenz auch digital vermittelt werden kann, hat Kathrin Loer an der Fernuniversität Hagen schon einige Erfahrung gesammelt. In diesem Workshop gibt sie einen Einblick.

Thema: Politische Theorie(n) digital lehren
Referentin: Dannica Fleuß, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Termin: Mittwoch, 29. April 2020 um 16.00-17.00 Uhr
Ort: Zoom 
Meeting-ID: 931 9460 2918
Passwort: 025243
Die Arbeit mit komplexen Theorien ist in der Lehre oft nicht einfach. Viele Verständnisfragen tauchen auf, umfangreiche Texte müssen durchgearbeitet werden. Intensive Diskussionen sind erwünscht – doch wie geht dies alles digital? Dannica Fleuß gibt ausgehend von der Politischen Theorie, aber auch darüber hinaus, Einblicke in synchrone und asynchrone Methoden der digitalen Lehre von Theorien. 

Die Mitschnitte beider Workshops sind online hier zu finden: https://www.dvpw.de/service/digitale-lehre/zoom-workshops/

 

13 Tipps zur digitalen Lehre

Die DVPW hat auf ihrer Homepage eine Rubrik zur digitalen Lehre eingerichtet. Dort finden Sie seit heute das durch den AK Hochschullehre entwickelte kurze Handout „13 Tipps für digitale politikwissenschaftliche Lehre“.

Jetzt mitmachen: Toolbox digitale politikwissenschaftliche Lehre

Außerdem finden Sie in der neuen Rubrik die Einladung, an unserer gemeinsamen „Toolbox digitale politikwissenschaftliche Lehre“ mitzuwirken. Sie haben erste Erfahrungen gesammelt, Best-practice-Beispiele im Kopf? Sie haben eine Idee, aber diese noch nicht ausprobiert? Wir freuen uns über alle, die unsere Toolbox gerade jetzt schnell und kurzfristig mit Leben füllen. Reichen Sie Ihre Ideen über diese Eingabemaske ein und lassen Sie sich zugleich von den Methoden und Ideen Ihrer Kolleg*innen (nicht nur in diesem Semester) inspirieren.

Haben Sie weitere Ideen und Vorschläge, wie wir die Sammlung von Materialien zur digitalen Hochschullehre in Zeiten von Corona erweitern können? Dann melden Sie sich bei den Sprecher*innen des AK Hochschullehre.

AK Hochschullehre bietet Online-Workshops zur digitalen Lehre

Viele Kolleginnen und Kollegen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre Lehre im Sommersemester kurzfristig auf Online-Formate umzustellen zu müssen. Der Arbeitskreis Hochschullehre der DVPW wird deshalb in den kommenden Wochen Online-Workshops anbieten, die verschiedene Aspekte der politikwissenschaftlichen Hochschullehre thematisieren und praxisorientierte Hinweise für das eigene Seminar geben. Referentinnen und Referenten werden zu Beginn einen Input beisteuern. Anschließend besteht die Möglichkeit des kollegialen Austauschs.

Die Workshops werden als moderierte Zoom-Konferenzen angeboten und aufgezeichnet. Später werden die Aufnahmen auf der Website der DVPW angeboten.

Die beiden ersten Workshops finden in der kommenden Woche statt:

Daniel Lambach stellt eine Variation des Flipped Classroom vor, wie dieser in der reinen Online-Lehre eingesetzt werden kann. Im Workshop geht es darum, welche Funktionen und Möglichkeiten asynchrone (zeitversetzte) und synchrone (gleichzeitige) Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden haben und wie diese produktiv miteinander verknüpft werden können.

Matthias Freise gibt in seinem Workshop Hinweise, wie Sie mit Studierenden politikwissenschaftliche Texte lesen können und stellt eine Reihe von Übungen vor, die den Studierenden die Textarbeit erleichtern, sie motivieren und die einfach in Online-Formate übersetzt werden können.

Durch Ihre Teilnahme stimmen Sie der Video-Aufzeichnung (Bild und Ton) sowie der Speicherung und Veröffentlichung der Aufnahmen durch die DVPW zu.

Sollten die Workshops auf Resonanz stoßen, wird der AK Hochschullehre in den kommenden Wochen weitere Angebote realisieren. Wenn Sie Themenwünsche haben oder selbst einen Workshop zu einem Thema beisteuern möchten, melden Sie sich bitte bei Matthias Freise (freisem(ÄT)uni-muenster.de).

Die Mitschnitte beider Workshops sind hier zu finden: https://www.dvpw.de/service/digitale-lehre/zoom-workshops/