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Interaktive Tests zwischen Lernerfahrung und Prüfungsterror

Dies ist ein Gastbeitrag von Achim Kemmerling (Central European University)

 

Multiple Choice Tests (MCs) sind ein zweischneidiges Schwert: einerseits sind sie äußerst mechanisch, bisweilen langweilig, aber auch schonungslos; andererseits häufig unausweichlich. Gerade zur Literaturkontrolle gibt es wenige Prüfungsformen, die effizienter wären. Als Student fand ich sie jedoch vor allem phantasielos.

Daraus ergibt sich die Frage, wie man MCs in interessante Prüfungen für alle Beteiligten verwandeln kann. Interaktive Tests sind hier eine lohnenswerte Alternative, vor allem, weil man sie mittlerweile computergestützt erstellen kann. Interaktiv heisst dabei, dass der Test auf die individuellen Antworten der StudentInnen reagiert. Im einfachsten Fall kann das einfach nur unmittelbares und detailliertes Feedback sein, in komplexeren Fällen passen sich die Fragen dem Wissen der StudentInnen an (siehe Abbildung für ein Beispiel).

Abbildung: Beispiel für eine Frage mit unmittelbarer Feedback Funktion

Schon die Idee, Evaluierung und Feedback unmittelbar miteinander zu verknüpfen, ist ein wesentlicher Fortschritt. Das Problem mit MCs und vielen anderen Prüfungsformen ist ja, dass man immer erst (z.T. viel) später mit Sicherheit weiß, was gelungen, was schiefgelaufen ist. Diese zeitliche Trennung von Reaktion und Sanktion, von Antwort und Feedback, macht aus MCs reine Evaluierungsinstrumente, aber sie erlauben kaum dynamisches Lernen im Sinne von trial and error. Generell ist das Zusammenlegen von Feedback und Evaluierung eine wichtige, wenn auch manchmal delikate, Idee (in Seminararbeiten z.B. über ein Revise&Resubmit-Verfahren möglich, oder bei Präsentationen durch Feedback in der Gruppe). Tatsächlich können interaktive Tests Lernergebnisse steigern (studie, studie). Ein Student beantwortet eine Frage falsch, bekommt dies mitgeteilt, und er kann dann einen zweiten, dritten etc. Versuch unternehmen. Man kann auch Hinweise in das Feedback einstreuen und so den Evaluierungs- und Lernprozess miteinander koppeln.

Und wie gesagt, solche Interaktiven Tests können noch wesentlich mehr, sie können adaptiv auf das Antwortverhalten reagieren. Wenn etwa bei Statistiktests offensichtlich wird, dass bestimmte Fragen zu schwierig sind für den Prüfling, kann sich das Niveau oder der Inhalt darauf anpassen. Sehr intelligente Tests können sogar die Wissenslücken systematisch einkreisen und Handlungsempfehlungen geben (‚Lesen Sie bitte das Kapitel X in Lehrbuch Y nach.‘) Das kann, je nach Prüfungssystem, natürlich zu Vergleichbarkeitsproblemen zwischen StudentInnen führen, aber zumindest als Lehr- und Lerninstrument ist dies eine hervorragende Möglichkeit.

Was den Zeitaufwand anbetrifft sind interaktive MCs natürlich erst einmal zusätzliche Arbeit. Jedoch handelt es sich dabei i.d.R. um einen einmaligen Aufwand, der sich im Zeitablauf lohnen kann. Zudem spart man sich das lästige Korrigieren. Das größere Problem, dem ich in der Praxis begegnet bin, liegt jedoch in der menschlichen Psyche. Die Prüfungsangst, die sich schon bei normalen MCs einstellt, kann sich in der computergestützten Version noch verstärken. In einem Fall ging das soweit, dass der Student das Passwort für den Test mehrmals hintereinander falsch eintippte – ich stand daneben und sah ihm fasziniert zu – und felsenfest der Überzeugung war, dass es an seiner Seite oder unserem Passwort läge.

In einem provisorischen Vergleichstest Papier und Stift vs. Computer stellte sich dann heraus, dass StudentInnen zwar die Computer-Variante insgesamt bevorzugten, jedoch auch erhöhten Stress in der Testsituation spürten. Auch die Atmosphäre von Computer Labs ist für manche Studenten eine Herausforderung. Über Moodle kann man das natürlich auch mit eigenen Laptops im Kursraum durchführen, aber auch dies kann neue Stressfaktoren erzeugen.

Nebenbei bemerkt: Es gibt vermutlich Situationen, in denen diese Belastung als legitimer Teil der Evaluierung gesehen wird. Leistung ist immer auch Leistung unter gegebenen Restriktionen. Dennoch ist ein zuviel wohl kontraproduktiv. Zumindest muss die psychische Belastung eingeplant werden.

Daher entwickle ich derzeit tiefergehende Experimente, um zu sehen, ob sich diese Prüfungsangst bzw. die zugrundeliegende Stresssituation mildern lässt. Das Experiment soll mehrere Testvarianten vergleichen: unterschiedliche Designs (Wie sieht der Test aus, wie das Feedback? Die Standardeinstellung bei Moodle sind zum Beispiel keineswegs ansprechend), unterschiedliche Sequenzierung und Staffelung von Fragen, sowie unterschiedlich ‚intelligente‘ Fragen, die sich dem Niveau anpassen. Das ganze Projekt ist bislang noch in der Entwicklungsphase, und ich würde mich über Austausch, ähnlichen Erfahrungen etc. sehr freuen. Es kann sich lohnen, denn die ersten Versuche zeigen, dass man mit kleverem Design MCs sehr produktiv in die Lehre einbauen kann.

Gastblogs zur politikwissenschaftlichen Hochschullehre gesucht

Wir haben in unserem Blog schon mehrfach Gastbeiträge veröffentlicht, z.B. zum Forschenden Lernen mit Kooperationspartnern, zu Erfahrungen mit einer Schreibwerkstatt, zum Einsatz von Abstimmungssystemen oder zu blended learning. Die Resonanz auf diese Texte war stets sehr gut und wir laden deshalb zur Einsendung neuer Blogbeiträge ein.

Warum gastbloggen?

  • Der Blog ist ein zentrales Mittel zum Austausch in unserer Gemeinschaft aktiver Lehrender. Durch einen Blogbeitrag teilen wir unsere Erfahrungen miteinander, regen gegenseitig die Kreativität an und unterstützen uns in unserer Lehrpraxis.
  • Der Blog macht unsere Arbeit in der Lehre sichtbar. Unsere Webseite hat derzeit täglich ca. 10-20 Besucher, Blogeinträge erhalten über die Zeit sehr viele Zugriffe. Beiträge werden in allen Suchmaschinen indexiert. Der Blog ist somit eine hervorragende Möglichkeit, für ein Thema zu werben und mit diesem Thema verbunden zu werden.
  • Wir bewerben neue Beiträge über Twitter (freuen uns aber auch, wenn AutorInnen uns bei der Öffentlichkeitsarbeit für ihre Beiträge unterstützen, z.B. durch Facebook-Posts oder Verlinkung von anderen Seiten).
  • Über die Lehre zu schreiben hilft auch bei einer systematischen Selbstreflektion und trägt zur weiteren Verbesserung der eigenen Lehrpraxis bei.

Gastblogs sollten ca. 500-800 Wörter umfassen und auch für Nicht-Spezialisten zugänglich sein. Von der Möglichkeit, tiefergehende Informationen einzubinden, z.B. zu Publikationen, Projektberichten oder Webseiten, sollte reger Gebrauch gemacht werden.

Thematisch kommt für einen Gastbeitrag alles mit einem Bezug zur politikwissenschaftlichen Hochschullehre in Frage. Praxisbeispiele werden natürlich gern genommen, aber Gastbeiträge können sich aber auch mit normativen oder wissenschaftspolitischen Fragen der Lehre befassen. Blogeinträge sollten eine persönliche Note haben, z.B. durch die Darstellung eigener Standpunkte oder Bezug auf eigene Praxiserfahrungen.

Beiträge können als doc/docx-Datei an info(ÄT)hochschullehre-politik.de eingesendet werden. Eine Vorabsprache ist nicht nötig, aber bei Fragen stehen wir unter dieser Adresse natürlich gerne zur Verfügung.

[EDIT: Zugriffszahlen aktualisiert.]

Schreiben über die Hochschullehre

Bei unserer sehr interessanten Jahrestagung habe ich einen Vortrag zum Schreiben über die Hochschullehre gehalten. Dieses Thema beschäftigt mich schon länger und als Co-Sprecher der Themengruppe ist es mir ein wichtiges Anliegen, zur Entwicklung einer Publikationskultur rund um die politikwissenschaftliche Hochschullehre beizutragen. Mit “Publikationskultur” meine ich eine verbreitete und selbstverständliche Erwartung, dass politikwissenschaftlich Lehrende über ihre Lehre schreiben und diese mit wissenschaftlichen Methoden beforschen, dass diese Texte rezipiert werden und ihnen ein angemessener Status als wissenschaftliche Leistung zugeschrieben wird. Ich beobachte in den letzten zwei Jahren, wie sich dieses lange brachliegende Feld langsam entwickelt – nicht nur innerhalb der Themengruppe, sondern auch von Seiten von Zeitschriften und Verlagen gibt es ein zunehmendes Interesse.

Um auch diejenigen zu erreichen, die nicht nach Aachen kommen konnten, wollte ich den Vortrag ohnehin nochmal in diesem Blog präsentieren. Diese hehre Absicht war zunächst aufgrund einiger drängender Publikationsprojekte und der Osterferien zurückgestellt worden, aber nachdem die Kolleginnen von Lehrgut schon über das Panel berichtet hatten, wurde es jetzt wirklich höchste Zeit.

In meinem Vortrag habe ich einige Informationen zusammengefasst, die ich bereits in früheren Blogeintragen präsentiert hatte. Vorangestellt habe ich eine genauere Begründung, warum wir überhaupt über unsere Lehre schreiben sollten. Da sehe ich vor allem vier Gründe:

  1. Das Schreiben ermöglicht eine systematische Reflektion über die eigene Lehre und hilft somit auch bei deren weiterer Verbesserung. Gerade wenn man etwas neues ausprobiert hat, muss man ja kritisch prüfen, ob es funktioniert hat. Eine ausführliche Evaluation mit den Studierenden liefert Daten, die Grundlage eines Artikels sein können – da ist der Zusatzaufwand des Publizierens gar nicht mehr so groß. Umgekehrt betreibt man eine Evaluation gleich viel ernsthafter, wenn man sie (auch) zur Erhebung von Forschungsdaten einsetzt.
  2. Eine Publikationskultur hilft bei der Weiterentwicklung unserer ganzen Disziplin. Es wird momentan noch nicht viel über Lehre publiziert, aber viele KollegInnen interessieren sich für neue Ideen. Und wer nicht zu unseren Veranstaltungen kommt, kann auf diesem Weg neue Impulse bekommen. Umgekehrt gilt das natürlich auch: Wer publiziert, liest auch. Man kann sich über die Rezeption von Veröffentlichungen schnell in neue Themen einarbeiten.
  3. Publizieren trägt auch zur Herausbildung einer Gemeinschaft aktiver Lehrender bei. Wir als politikwissenschaftlich Lehrende werden dadurch in der Community der Politikwissenschaft sichtbarer und können damit stärker für unsere Anliegen eintreten. Aus diesem Grund hat unsere Webseite auch eine Liste der lehrbezogenen Publikationen aller Gruppenmitglieder.
  4. Nicht zuletzt gibt es auch individuelle, professionell-strategische Anreize: Veröffentlichungen sind generell gut für die eigene Karriere. Dies gilt auch für lehrbezogene Texte, allerdings muss man hier differenzieren, in welchen Feldern publiziert wird: Eine Veröffentlichung in der Zeitschrift für Politikwissenschaft wird von der Fachcommunity sicher anders bewertet als eine in der Zeitschrift für Hochschulentwicklung.

Wer sich für das Thema interessiert, kann hier die Folien meines Vortrags herunterladen. Außerdem planen wir eine Veranstaltung im September 2017, die sich mit dem Publizieren über die Lehre beschäftigen wird. Um über die weitere Planung diesbezüglich auf dem Laufenden zu bleiben, kann man einfach unsere Mailing-Liste abonnieren oder ab und zu auf dieser Webseite nachsehen.

Politikwissenschaftliche Hochschullehre – Läuft bei Dir? Ein Bericht von der zweiten Jahrestagung

Zu ihrer zweiten Jahrestagung fand sich die Themengruppe am 9.-10. März 2017 an der RWTH Aachen zusammen (Programm). Unter dem Thema „Politikwissenschaftliche Hochschullehre – Läuft bei Dir?“ befasste sich die Tagung mit den drei Schwerpunkten Akteure, Kooperationen und Konzepte in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre. Die Tagung fand in Kooperation und mit tatkräftiger Unterstützung der Fachschaft der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften der RWTH statt.

Akteure

Die Tagung begann mit einer Podiumsdiskussion „Lehre im Fokus – Eine Diskussion zwischen Lehrenden und Studierenden“, moderiert von Mischa Hansel (Aachen). Von studentischer Seite nahmen Katrin Klubert, Patrick Schöner und Caner Dogan (alle Aachen) teil, die mit den Lehrenden Maike Weißpflug (Aachen) und Lasse Cronqvist (Trier) diskutierten. Themen waren die gegenseitigen Erwartungen und Rollenwahrnehmungen zwischen Lehrenden und Studierenden, die Herausforderungen einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft und die Balance zwischen Autonomie der Studierenden und Verantwortung der Lehrenden.

In der Diskussion wurde häufiger zwischen „pragmatischen“ und „idealistischen“ Studierenden unterschieden, die in Lehrveranstaltungen gleichermaßen erreicht werden müssten. Mehrere Beiträge verwiesen darauf, dass auch Pragmatismus eine legitime Einstellung sei, die durch die vielfältigen Sachzwänge außerhalb des Seminarraums induziert werden kann, aber eigenmotivierten Aktivitäten jenseits des Curriculums oder dem kreativen Scheitern skeptisch gegenübersteht. Die Studierenden wünschen sich ein gewisses Maß an Anleitung, vor allem zu Beginn des Studiums bzw. einer Lehrveranstaltung, sowie eine transparente Kommunikation von Anforderungen und Erwartungen. Um aber letztlich selbständig Lernen zu können, muss Studierenden die nötige Selbst- und Fachkompetenz vermittelt werden. Dazu gehört auch die Reflektion darüber, was die Politikwissenschaft ausmacht und welche Ziele mit dem Studium erreicht werden können und sollen.

Dieser Aspekt leitete bereits über zum anschließend von Carola Betzold (Göttingen) moderierten World Café zum Thema „Noten – Wie und Wofür?“, denn in der ersten Runde wurde hier nach dem spezifischen Kompetenzprofil der Politikwissenschaft gefragt. Hier wurde Politikwissenschaft als „Allrounder“-Ausbildung charakterisiert, die eine Vielzahl von Kompetenzen vermittelt, z.B. Methodenkenntnisse, Selbst-/Präsentationsfähigkeit, Analysekompetenz, Textkompetenz, eigenständiges Arbeiten, Offenheit für Interdisziplinarität, Selbstorganisation. Inwiefern sich dies von anderen Sozialwissenschaften unterscheidet, blieb offen; als eine mögliche Besonderheit der Politikwissenschaft wurde angeführt, dass AbsolventInnen in der Lage sein sollten, politische Argumente zu analysieren, zu artikulieren und zu kritisieren. Hier schlug Matthias Freise (Münster) vor, PolitikwissenschaftlerInnen als „Deliberationsprofis“ zu umschreiben.

In den beiden folgenden Runden ging es um Evaluationsmethoden und um Lehr-Lernmethoden, um dieses Kompetenzprofil zu erreichen. Hier wurde die Bedeutung von Constructive Alignment in der Planung hervorgehoben, um diese Elemente miteinander in Einklang zu bringen. Ferner hoben mehrere Beiträge die Bedeutung von regelmäßigem Feedback und der Möglichkeit von Metareflexion, also dem Nachdenken über das eigenen Lernen, hervor. Allerdings wurden auch auf institutionelle Rahmensetzungen, z.B. Prüfungsordnungen oder zeitliche/räumliche Einschränkungen, hingewiesen, die die Anpassung von Formaten an unterschiedliche Kontexte notwendig mache.

Kooperation

Im Panel „Gemeinsam statt einsam – Expertise von außen?“, moderiert von Daniel Lambach (Duisburg), wurden vier Beiträge präsentiert, die sich mit Kooperationsformaten in der Lehre befassen. Als erstes stellte Matthias Freise (Münster) verschiedene Seminarformate im Format des Service Learning vor, die er in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt hat. Dabei hob er die Herausforderungen und die Vorteile derartiger Zusammenarbeit hervor. So sind die TeilnehmerInnen dieser Seminare wegen des außeruniversitären Praxisbezugs oft hoch motiviert und evaluieren die Lehrveranstaltungen sehr gut. Danach präsentierte Kai-Uwe Schnapp (Hamburg) mit dem „Projektbüro Angewandte Sozialforschung“ eine Struktur, die jedes Jahr große Gruppen von Studierenden in Praxisprojekte vermittelt, in deren Rahmen sie empirische Methodenkenntnisse anwenden sollen. Er hob insbesondere das organisatorische Verfahren und die damit verbundenen Herausforderungen, gerade auch außerhalb der Semesterzeiten, hervor.

Dorte Hühnert und Kristina Kähler (Duisburg-Essen) präsentierten ein Beispiel für eine hochschulinterne Kooperation. Dabei wurden Studierende aus Dorte Hühnerts Seminar zur Friedens- und Konfliktforschung in der „Referate-Werkstatt“ von Kristina Kähler in mündlicher Kommunikation und Präsentation geschult. Dies stellt ein gutes Beispiel dar, wie durch Kooperation die Vermittlung von Fach- und Schlüsselkompetenzen in eine produktive Balance gebracht werden kann. Abschließend stellte Julia Reuschenbach (Bonn) in einem Erfahrungsbericht vor, wie Lehrveranstaltungen – insbesondere Exkursionen – mit außeruniversitären Partnern gestaltet werden können. Dabei betonte sie die Vorzüge der Berufsorientierung und der Praxiskontakte für Studierende, warnte aber, dass die Kooperationen durch die unterschiedlichen Organisationslogiken von Hochschulen und externen Partnern nicht ohne Reibungsverluste ablaufen.

Den ersten Tag schloss das Panel „Publizieren über die Lehre“ ab, das von Julia Reuschenbach moderiert wurde. Eingeleitet wurde dies von Daniel Lambach (Duisburg-Essen) mit einem Vortrag zu Publikationsmöglichkeiten und –strategien, in dem er seine Erfahrungen aus eigenen Publikationsprojekten (vor allem dem Publizieren in Zeitschriften und Journalen) zusammenfasste. Dabei unterschied er verschiedene Fachpublika (in der Politikwissenschaft, der Politischen Bildung und der allgemeinen Didaktik) und unterschiedliche Textformate (die Fallbeschreibung, Lehr-Lern-Forschung). Im Anschluss stellte Matthias Freise ein Buchprojekt vor, für das er noch MitherausgeberInnen und AutorInnen sucht. Es geht dabei um ein Praxishandbuch zur politikwissenschaftlichen Hochschullehre, in dem Lehrformate für Lehrende aus dem Fach anwendungsnah und auf Erfahrungsbasis aufbereitet werden. Julia Reuschenbach kündigte eine Buchreihe zur politikwissenschaftlichen Hochschullehre an. Der Wochenschau-Verlag will, analog zu bereits vorhandenen Angeboten für andere Fächer, eine „Kleine Reihe Hochschuldidaktik Politikwissenschaft“ auflegen, in der Bücher von 60-100 Seiten zu verschiedenen Aspekten der Hochschullehre erscheinen sollen. Als HerausgeberInnen der Reihe soll das SprecherInnen-Team der Themengruppe fungieren. In der Diskussion wurde mehrfach hervorgehoben, dass zwischen dem geplanten Buchprojekt und der „Kleinen Reihe“ keine Konkurrenz bestehe. Vielmehr bestehe die Möglichkeit, Texte unterschiedlicher Länge zum selben Thema in verschiedenen Formaten zu publizieren. Die Themengruppe freut sich hier über Themenvorschläge und interessierte Autoren.

Konzepte

Der zweite Tag begann mit dem von Julia Reuschenbach moderierten Panel „Bewährte Konzepte, neue Ideen“. Als erste sprach Dannica Fleuß (HSU Hamburg) über kollaboratives Gedankenexperimentieren im Hörsaal, d.h. das gemeinsame Nachdenken über normative Fragen. Gedankenexperimente über Szenarien und Dilemmasituationen geben eine Struktur, innerhalb derer Studierende anhand konkreter Entscheidungssituationen systematisch nachdenken und argumentieren lernen. Die Antworten der Studierenden lassen sich dann auf Theorien rückbeziehen und darin einordnen, was dem oft geäußerten Vorwurf der Praxis- und Handlungsferne politischer Theorie entgegenwirkt. Danach stellte Lasse Cronqvist ein Seminarkonzept vor, um studentisches Schreibvermögen zu entwickeln. In seinem Seminar schreiben die Studierende einen kurzen Essay zu einer vorgegebenen Fragestellung schreiben und stellen diesen in der Veranstaltung vor – dadurch erhalten sie Schreibübung und die mündlichen Beiträge sind deutlich besser als die sonst eher faktenbasierten Referate.

Sebastian Schmitz (Aachen) gab eine Übersicht über ein fachbereichsweites Projekt zum Einsatz von Lehrvideos in der Studieneingangsphase. Studierende der Gesellschaftswissenschaften erhalten damit ein interdisziplinäres Propädeutikum zum wissenschaftlichen Arbeiten; die Videos sollen aber auch für den weiteren Studienverlauf hilfreich sein. Zum Abschluss berichtete Volker Best (Bonn) von einem Masterseminar, in dem Studierende eine Plakatkampagne für die Parteien der Bundestagswahl 2017 gestalten sollten, nachdem sie sich auch politisch wie historisch mit dem Thema Wahlkampf und Wahlwerbung auseinandergesetzt haben. Auf diese Weise werden Fachkompetenzen vermittelt und in kreativer Form umgesetzt. Die mitgebrachten Ergebnisse überzeugten durch ein inhaltlich wie gestalterisch überaus professionelles Niveau.

Das Panel „Beyond MUN – Simulationen und Debatten“, moderiert von Daniel Lambach behandelte unterschiedliche Simulations- und Debattenformate jenseits der bereits bekannten Model United Nations. Einleitend fragte Robert Lohmann (Passau) in seinem Vortrag, ob experimentelle Politiksimulationen eine Prognosefunktion erfüllen können oder „nur“ Lehr-Lern-Formate bleiben? Er untersucht dies am Beispiel des „Parlaments der Generationen“, einer Politiksimulation zum demografischen Wandel, die gemeinsam mit der Akademie für politische Bildung Tutzing und dem Bayerischen Landtag realisiert wurde. Eine Befragung ergab, dass die TeilnehmerInnen das Lernen im Vordergrund sahen, ExpertInnen darin aber auch Prognosemöglichkeiten sehen.

Julia Drubel (Gießen) stellte eine Simulation der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention vor. Im Vordergrund stand hier „situiertes Lernen“, d.h. das Bemühen um Authentizität und die Verankerung der Lernerfahrung im realen Beispiel, um Studierende zum Perspektivwechsel anzuregen. Danach sprach Mischa Hansel über seine Erfahrungen mit studentischen Debatten als Mittel zur Einführung in Kontroversen der Friedens- und Konfliktforschung. Diese Debatten behandeln einerseits analytische Fragen (Sind Demokratien friedfertiger?) und andererseits strategische Fragen (Welche Politik kann daraus folgen?). Dabei legt er Wert auf die Infragestellung vermeintlicher Gewissheiten und auf eine umfangreiche Reflexionsphase nach den eigentlichen Debatten.

Abschluss

In der Abschlussrunde zog Julia Reuschenbach für die SprecherInnen ein Fazit der Tagung. Drei Punkte kristallisierten sich als besonders bedeutsam heraus:

  1. Was sind fachspezifische Elemente politikwissenschaftlicher Hochschullehre und welche Chancen und Möglichkeiten bieten uns diese?
  2. Der Umgang mit einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft. Welche Antworten kann fachspezifische politikwissenschaftliche Hochschullehre hier geben?
  3. Welche Möglichkeiten gibt es zur intensiven und aktiven Einbeziehung von propädeutischen Elementen in die Hochschullehre?

Julia Reuschenbach betonte, dass die Themengruppe mit dem geplanten Format „Kleine Reihe Hochschuldidaktik“ die Forschung und Debatte über Hochschullehre stärken möchte und auch Projekte wie das angedachte Praxishandbuch von Matthias Freise hierzu einen wichtigen Beitrag leisten können. Abschließend erläuterte das SprecherInnen-Team, dass die Themengruppe mit einem eigenen Panel auf der Sektionstagung „Politische Bildung“ am 5.-6. Oktober 2017 in Münster sowie mit zwei Panels bei der Sektionstagung „Internationale Beziehungen“ am 4.-6. Oktober 2017 in Bremen vertreten sein wird. Daniel Lambach wies zudem erneut darauf hin, dass auch zahlreiche nationale wie internationale Vereinigungen inzwischen zunehmend auch eigene Panels zum Bereich „Lehre“ in ihre Tagungen und Veranstaltungen integrieren. Kai-Uwe Schnapp gab an, als Redakteur der PVS in der DVPW auf der nächsten Redaktionskonferenz gezielt die Einbindung des Themas „Lehre“ oder auch die Vorstellung von Lehrkonzepten innerhalb der PVS-Ausgaben vorzuschlagen.

Jahrestagung Politikwissenschaftliche Hochschullehre 2017 – Programm und Anmeldeinformationen

Vom 9-10. März 2017 veranstaltet die DVPW Themengruppe Hochschullehre ihre zweite Jahrestagung, diesmal an der RWTH Aachen. Unter dem Titel „Politikwissenschaftliche Hochschullehre – Läuft bei dir?“ möchten wir in verschiedenen thematischen Panels unseren Austausch über Hochschullehre in der Politikwissenschaft fortsetzen, den wir bei der sehr erfolgreichen ersten Tagung in Bonn begonnen hatten.

Im Programm haben wir Beiträge zu Kooperationen in der Lehre (z.B. zum forschenden Lernen und Service Learning), zum Publizieren über die Lehre, zu Simulationen jenseits der bekannten Model United Nations-Formate und zu kreativen Ideen für bewährte Lehrkonzepte, außerdem eine Diskussion mit Studierenden über die gegenseitigen Erwartungen in der Lehre.

Neugierig geworden? Hier ist das vollständige Programm (pdf) zum Download.

Die Anmeldung ist bis zum 24. Februar 2017 per Mail an mischa.hansel(ÄT)ipw.rwth-aachen.de möglich. Eine gibt eine Teilnahmegebühr von 20 Euro (entfällt für Studierende).

Wir freuen uns darauf, Sie zahlreich in Aachen begrüßen zu dürfen.

Call for Papers: Jahrestagung 2017 der DVPW-Themengruppe Hochschullehre, 9.-10. März 2017 in Aachen

Unter dem Titel “Politikwissenschaftliche Hochschullehre – Läuft bei dir?” veranstaltet die DVPW-Themengruppe Hochschullehre am 9-10. März 2017 ihre zweite Jahrestagung, diesmal an der RWTH Aachen. Eine Webseite für die Tagung ist hier zu finden. Diesen Call kann man auch als pdf herunterladen.

Unter dem Titel „Politikwissenschaftliche Hochschullehre – Läuft bei dir?“ möchten wir in verschiedenen thematischen Panels unseren Austausch über Hochschullehre in der Politikwissenschaft fortsetzen. Geplant sind Panels mit Vorträgen, Austausch-Cafés, ein Abendvortrag sowie ein gemeinsames Poster-Breakfast.

Vorschläge für Vorträge oder Posterbeiträge können vom 15. November 2016 bis zum 6. Januar 2017 per Mail bei der Sprecherin Julia Reuschenbach M.A. (julia.reuschenbach(ÄT)uni-bonn.de) eingereicht werden. Im Anschluss daran werden wir bis zum 31. Januar 2017 das Programm zusammenstellen und veröffentlichen. Bitte fügen Sie Ihrem Vorschlag folgende Informationen bei:

  • kurze biografische Vorstellung
  • Präferenzen für den Vortragszeitraum (morgens/nachmittags; Do./Fr.)
  • benötigte Technik

Bitte beachten Sie, dass Vorträge eine Länge von 15 Minuten nicht überschreiten sollen. Das gemeinsame Poster-Breakfast wird am Freitagmorgen stattfinden.

Für alle Fragen stehen die drei SprecherInnen der Gruppe gerne zur Verfügung: Dr. Daniel Lambach (lambach(ÄT)uni-due.de">lambach(ÄT)uni-due.de), Julia Reuschenbach (julia.reuschenbach(ÄT)uni-bonn.de) sowie Dr. Mischa Hansel (mischa.hansel(ÄT)ipw.rwth-aachen.de">mischa.hansel(ÄT)ipw.rwth-aachen.de).

 

Unser Fokus: Akteure – Konzepte – Kooperationen

Akteure

Neuere politikwissenschaftliche Lehr- und Lernformen sind oft verbunden mit der Erwartung eines Rollenwechsels der Beteiligten und insbesondere einer Relativierung der klassischen Dichotomie von Dozierenden und Lehrenden. Zudem ist zu vermuten, dass sich auch infolge einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft das Selbstverständnis der Lernenden verändert und weiter ausdifferenziert. Inwiefern etwa können Studierende im Sinne des forschenden Lernens in die Rolle von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern schlüpfen? Was erfordert die Rolle einer Moderatorin/eines Moderators in der Lehrsituation? Wie ist diese Rolle mit der Rolle als Prüferin und Prüfer vereinbar? Wie sollten Studierende als Peer Reviewer agieren und untereinander konstruktive Kritik üben? Diese und weitere Anforderungen und Erwartungen treffen immer auch auf institutionelle Rahmenbedingungen (insbesondere Studien- und Prüfungsordnungen). Über Akteure in der Hochschullehre zu diskutieren, kann daher auch bedeuten, über institutionelle Spielräume zu sprechen, in denen der Rollenwechsel unterstützt werden kann. Schließlich können Beiträge auch die Effekte veränderter Akteursverständnisse (Motivation, veränderte Gruppendynamiken, Zielkonflikte etc.) in den Blick nehmen.

Konzepte

Konzepte sind wie Floskeln: Es gibt sie wie Sand am Meer und man muss nicht jedes Rad neu erfinden. Um den Austausch über das Neue oder das wiederentdeckte Alte zu ermöglichen, sollen zum Thema Konzepte vor allem Ideen zur politikwissenschaftlichen Hochschullehre sowie Erfahrungen zu deren praktischer Umsetzung diskutiert werden. Wir suchen dabei zweierlei: Erstens Beispiele für ungewöhnliche Veranstaltungskonzepte, Lehrmethoden und Prüfungsformate – entweder selbst erdachte oder solche, die anderen Fächern entlehnt wurden. Dies umfasst große Entwürfe ebenso wie kleine Veränderungen. Zweitens eine Auseinandersetzung mit tradierten Konzepten: Wofür eignen sich diese und wie holt man das Beste aus ihnen heraus? Hier ist ebenfalls interessant, welche Auswirkungen die Veränderungen der Studienstruktur (Stichwort Bologna) und in der Studierendenschaft auf die Dynamiken bekannter Lehrformen haben.

Kooperationen

In „Drittmittel-Zeiten“ werden Kooperationen in Forschung und Lehre sehr geschätzt. Zugleich bedeuten gemeinsame Veranstaltungen mit externen Partnern häufig einen großen Arbeits- und Organisationsaufwand. Wie hier die Waage halten? Im Themenfeld „Kooperationen“ möchten wir vielfältige Beispiele von Kooperationen in der Lehre vorstellen und hinsichtlich ihrer Entstehung und ihrer Vor- und Nachteile und ihrem Mehrwert für die Lehre diskutieren. Willkommen sind dabei jedwede Kooperation von der zweistündigen interdisziplinären Seminarsitzung (Co-Teaching) bis hin zu Exkursionen oder semesterübergreifenden Projekten (Service Learning, universitätsübergreifende Lehre). Daneben sind auch reflektierende Fragen zu Kooperationen als solches, zum Selbstverständnis darin beteiligter Akteure sowie der Akzeptanz solcher Formate in den universitären Strukturen herzlich willkommen.

Dies und Das – von allem was

Das klingt alles interessant, aber Ihr Thema/Ihre Idee lässt sich hier schwerlich verorten? Wie wäre es mit einem Austausch zu Ihrem Thema im Rahmen einer kleinen „Café-Runde“? Lassen Sie uns wissen, wenn Sie weitere spannende Beiträge zur politikwissenschaftlichen Hochschullehre haben – vielleicht für unsere Tagung, oder aber auch für unser Online-Kolloquium oder andere Veranstaltungen der Themengruppe in der Zukunft.

Was bedeutet Forschendes Lernen: Begriff, Einsatzmöglichkeiten und Wirkung?

Ein Gastbeitrag von Wolfgang Deicke (bologna.lab der Humboldt-Universität zu Berlin).

Die Frage, was ‚Forschendes Lernen’ ist und wie es in der Politikwissenschaft am besten eingesetzt werden kann, lässt sich am besten über eine schrittweise Annäherung klären. In Deutschland kann die Diskussion um das Forschende Lernen auf ein Papier der Bundesassistentenkonferenz (BAK, 1970) zurückgeführt werden. Damals ging es – im Kontext einer massiven Erweiterung des Hochschulsektors – vorrangig darum, allen Studierenden die aktive Teilnahme an und Erfahrung von ‚Forschung’ im Studium zu erhalten bzw. zu ermöglichen. Vierzig Jahre und eine weitere Million Studienplätze später erfreut sich das ‚Forschende Lernen’ im Zusammenhang der Bologna-Reform und der Diskussion um die Verschulung des Hochschulstudiums als Lehr-Lernkonzept erneut eines großen Interesses – und das obwohl (oder vielleicht gerade weil?) es keine verbindliche Einigung über die Definition und Umsetzung des Forschenden Lernen und nur wenige Erkenntnisse zu seiner Wirksamkeit gibt.

Folgt man Ludwig Huber (2014) – ehemaliges BAK-Mitglied und Mitinitiator der deutschen Diskussion um Forschendes Lernen – ist es für das Forschende Lernen essentiell, dass die Studierenden so eigenständig wie möglich einen gesamten Forschungszyklus durchlaufen und an wesentlichen Phasen des Forschungszyklus (Findung der Fragestellung, Entwicklung des Forschungsdesigns, Erhebung und Auswertung der Daten, Aufbereitung und Präsentation der Ergebnisse, Reflexion) aktiv beteiligt sind. Weiter sollen sie sich als Teil einer wissenschaftlichen Gemeinschaft erleben und im Rahmen der Forschung Ergebnisse erzielen, die für Dritte von Interesse sind (2014: 25). Aufbauend auf dieser Definition versucht Huber anschließend, das Forschende Lernen als Konzept sprachlich von anderen, verwandten Termini – wie z.B. forschungsbasierter Lehre, forschungsbezogener Lehre und forschungsorientierter Lehre abzugrenzen (s. Huber, 2014).

Im bologna.lab sind wir auf einem anderen Weg zu ähnlichen Abgrenzungen gekommen. Im Rahmen einer Curriculumsanalyse an der Humboldt-Universität haben wir – aufbauend auf Healey und Jenkins (2005) – versucht zu erfassen, wie sich Forschung und Lehre in der Praxis verbinden lassen (Rueß, Gess und Deicke, 2016).

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Die x-Achse der Matrix (Abb. 1) erfasst hierbei den Grad der Aktivität der Studierenden, die y-Achse den wesentlichen Fokus der jeweiligen Lehrveranstaltung. In der unteren Zeile dieser Matrix wären demnach zum Beispiel Vorlesungen zu verorten, in denen den Studierenden Forschungsergebnisse, Methoden oder Prozesse vorrangig durch die Lehrenden vermittelt bekommen. In der zweiten Zeile würden wir interaktivere Formate wie Seminare oder Übungen verorten (insofern sie tatsächlich Raum für studentische Beteiligung und Auseinandersetzung bieten und nicht – wie viele klassische Referate-Seminare – lediglich die Rolle des Wissensvermittlers temporär an eine*n Student*in delegieren). Studentische Forschung im eigentlichen Sinne beginnt für uns in der dritten Zeile – also dort, wo die Studierenden eigenständig aktiv werden. Hier lassen sich nach unserem Verständnis zwei unterschiedliche Typen Forschenden Lernens unterscheiden (Abb. 2):

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Bei dem ersten Typ wird ‚Forschung’ als didaktisches Mittel z.B. zur eigenständigen Erarbeitung von für die Studierenden neuem Fachwissen oder der vertieften Auseinandersetzung mit einer bestimmten Methode eingesetzt. Eigentliches Ziel dieser Veranstaltungen sind jedoch das erworbene Fachwissen bzw. die methodischen Fähigkeiten und Kenntnisse. Beim zweiten Typ ist – entsprechend der Huber’schen Definition – die Forschung Selbstzweck: Hier geht es primär um die Beantwortung einer Forschungsfrage und die Erfahrung des Forschungsprozesses mit dem Ziel, Forschen zu lernen. Für Lehrende ist dies ein feiner, aber entscheidender Unterschied: Veranstaltungen vom Typ 1 sind relativ gut planbar (und auch bewertbar), weil den Lehrenden der Gegenstand der Forschung (Wissen, Methoden) und damit auch die möglichen Ergebnisse bereits bekannt sein können und nur für die Studierenden subjektiv ‚neu’ sind (s. auch Reiber, 2007). Typ 2 hingegen ist – wie die eigene Forschung auch – nur bedingt plan- und steuerbar: Hier geht es primär um die Beantwortung einer selbst (mit)entwickelten Forschungsfrage, deren Antwort im Vorfeld eben noch nicht bekannt ist. Im Fall des Gelingens entsteht hier ein erster wissenschaftlicher Beitrag zum eigenen Fach, im Fall des Nicht-Gelingens erste Erfahrungen um die Komplexität und Unwägbarkeit von Forschung.

In den Politik- und Sozialwissenschaften fallen – mit jeweils mehr oder weniger großen empirischen Anteilen – formal oftmals bereits fortgeschrittene Hausarbeiten oder die Bachelorarbeit in studentische Forschung vom Typ 1: Hier erschließen sich Studierende eigenständig unter Anleitung/Begleitung ihrer Betreuer*innen für sie neues Wissen und durchlaufen dabei wichtige Phasen des Forschungskreislaufes. Spätestens mit der Abschlussarbeit im Master sollte dann der Übergang zum Forschenden Lernen im Sinne Ludwig Hubers stattfinden: Hier durchlaufen die Studierenden in der Regel eigenständig einen gesamten Forschungskreislauf und können/müssen eine selbst entwickelte Fragestellung beantworten. Forschendes Lernen als didaktisches Format soll und will jedoch mehr sein als nur die Vorbereitung der Studierenden auf ein Leben in der Humboldt’schen ‚Freiheit und Einsamkeit von Forschung’: Es soll ein sozialer Prozess sein, in dem sich die Studierenden aktiv als Teil einer wissenschaftlichen Gemeinschaft erfahren und reflektieren können, ein Prozess in dem sie sich gemeinsam Wissen erarbeiten, Forschung gemeinsam planen und durchführen und gemeinsam Verantwortung für die Sicherung, Aufbereitung und Verwendung der Ergebnisse übernehmen. Die Betonung liegt hier auf dem Gemeinsamen: Werden Haus- und Abschlussarbeiten in der Regel in Einsamkeit und viel zu häufig nur für die Schublade der Prüfer*innen produziert, geht es beim Forschenden Lernen darum, den Prozess der gemeinsamen wissenschaftlichen Wissensproduktion in den Mittelpunkt zu stellen und erfahrbar zu machen. Entsprechend liegt die größte Herausforderung für Lehrende im Forschenden Lernen darin, aus der tradierten Rolle der Wissensvermittlerin und des Prüfers herauszutreten und statt dessen zum Moderator bzw. zur Begleiterin eines gemeinsamen Lern- und Forschungsprozesses der Studierenden zu werden bzw. sie an diesem möglichst gleichberechtigt teilhaben zu lassen. Als etablierte organisatorische Form entsprechen diesem Anspruch am ehesten Projektseminare und gut geführte Kolloquien, als Arbeits- und Organisationsmodel am ehesten Forschungsgruppen.

Damit wird bereits deutlich, dass Forschendes Lernen vom Typ 2 ‚Forschen’ als didaktisches Format sowohl für Studierende wie für Lehrende ziemlich anspruchs- und voraussetzungsvoll und für Hochschulen ressourcenintensiv ist. Diese Einsicht darf unserer Meinung nach jedoch nicht dazu missbraucht werden, Forschendes Lernen vom Typ 2 bis zur Masterarbeit ‚aufzuschieben’ weil es „vorher einfach nicht geht“. Ein gut gestricktes, forschungsorientiertes Curriculum sollte die Studierenden so früh wie möglich mit Forschung in Berührung bringen und ihnen Gelegenheit zur aktiven Auseinandersetzung mit Forschungsergebnissen, Methoden und Prozessen bieten. Dabei hilft es ungemein, wenn nicht jede*r Lehrende das Gefühl hat, alle Aspekte von Forschung in jeder eigenen Lehrveranstaltung selbst abdecken zu müssen. Der Druck auf Lehrende und Studierende kann erheblich gemindert werden, wenn man die Huber’sche Forderung, dass alle Studierenden mindestens einmal in ihrem Studium einen gesamten Forschungsprozess durchlaufen sollten, zeitlich etwas entzerrt und die einzelnen Phasen und Aspekte des Forschungszyklus sinnvoll über verschiedene Module und Lehrveranstaltungen verteilt. Unserer Erfahrung nach kann die Klassifizierungsmatrix (Abb. 1) hier als sinnvolles Instrument zur Planung der eigenen Veranstaltungen und der Absprache mit anderen, am gleichen Modul oder Studiengang beteiligten Kolleg*innen dienen.

Bleibt die Frage, ob sich der Aufwand lohnt. Basierend meiner eigenen Lehrerfahrung und auf den positiven Rückmeldungen der Studierenden und Lehrenden zum Q-Programm ist meine Antwort ein klares ‚Ja’. Als Empiriker bin ich etwas zurückhaltender: Gesicherte Erkenntnisse zu den Wirkungen des Forschenden Lernens gibt es bisher nur wenige. In der Beforschung unserer eigenen Angebote im Q-Programm haben wir 2012-13 in zwei Durchgängen versucht, die Wirkungen der Teilnahme am Q-Programm auf das Forschungsinteresse und die forschungsbezogene Selbstwirksamkeit der Studierenden zu erheben. Über das Programm in seiner Breite konnten wir kaum Veränderungen feststellen – was zum einen an der sehr unterschiedlichen Umsetzung der einzelnen Veranstaltungen gelegen haben könnte (nicht alles, was hier anfangs lief, war Forschendes Lernen von Typ 1 oder 2), zum anderen ein Effekt von Selbstselektion gewesen sein könnte: Veranstaltungen des Q-Programms werden im Wesentlichen im überfachlichen Wahlbereich angeboten (d.h. die Teilnehmer*innen könnten z.B. beim Einstieg in das Q-Programm bereits ein hohes intrinsisches Forschungsinteresse ‚mitgebracht’ haben). Was wir jedoch beobachten konnten war ein deutlicher Zuwachs in Forschungsinteresse und Vertrauen in die eigene Forschungskompetenz in den Veranstaltungen, in denen die Studierenden Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit aktueller Forschungsliteratur, der Entwicklung von Forschungsfragen und –designs erlebten (Deicke, Gess und Rueß, 2014).

Aufbauend auf diesen Ergebnissen untersuchen wir im Rahmen des Verbundprojekts ForschenLernen zur Zeit in einem etwas aufwendigeren Design an 10 deutschen Hochschulen die Wirkung von Forschendem Lernen in den Sozialwissenschaften mit Blick sowohl auf die kognitiven wie auch auf die affektiv-motivationalen Facetten sozialwissenschaftlicher Forschungskompetenz – erste Ergebnisse hierzu werden 2017/18 vorliegen. Mit leicht anderem Fokus untersucht das Verbundprojekt FideS derzeit die Möglichkeiten zum Einsatz von studentischen Forschungsprojekten in der Studieneingangsphase. Aufbauend auf amerikanischen Studien ist hier die Fragestellung, ob Forschendes Lernen zur Erhöhung der Studienmotivation und der Identifikation mit dem eigenen Fach und der Hochschule beitragen und somit ein wirksames Mittel gegen hohe Studienabbruchquoten darstellen kann. Auch hier werden erste Ergebnisse mit Abschluss des Projekts 2017/18 erwartet.

Abschliessend feststellen, dass das Forschende Lernen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht das Wundermittel ist, mit dem sich alle ‚Bologna’-Probleme über Nacht lösen lassen. Für Lehrende und Studierende, die sich für die Verbindung von Forschung und Lehre interessieren und bereit sind, auch über den Tellerrand der eigenen Disziplin zu blicken, sind im Umfeld des Qualitätspakts Lehre und etlicher Hochschulinitiativen viele spannende Projekte (AG Forschendes Lernen, https://fl.incom.org/) und Anregungen zum Thema entstanden (Egger et al., 2015; Sonntag et. al., 2016; Mieg und Lehmann, 2016).

Quellen und weiterführende Literatur:

Dies ist ein Beitrag aus unserer Serie zum Forschenden Lernen, die aus dem Workshop zum selben Thema hervorgegangen ist.

Über die Lehre publizieren, Teil 2

Ich hatte im vergangenen Jahr recherchiert, welche politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften Artikel zur Hochschullehre veröffentlichen. Das Ergebnis, nachzulesen hier, war gerade für die deutschen Zeitschriften eher ernüchternd – lediglich die Zeitschrift für Politikwissenschaft war mir als Organ aufgefallen, das regelmäßig lehrbezogene Texte publizierte.

Kürzlich bin ich aber in meinem Spezialgebiet auf zwei weitere Zeitschriften aufmerksam geworden, die für derartige Beiträge offen sind, nämlich die Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB) und die Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo).

Die ZIB hatte nach dem Wechsel der Redaktion im Editorial 1/2015 Veränderungen an ihren inhaltlichen Profil angekündigt:

Dazu zählt der Ausbau der Rubrik »Curriculares«, die nicht mehr nur Beiträge aus und zur Lehrgestaltung umfasst, sondern auch Beiträge zur Ausgestaltung von Masterstudiengängen, zu Graduiertenschulen und -programmen, der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses oder anderen Themen der Hochschulpolitik, die für die Sektion wichtig sind. (S. 5)

In der ersten Ausgabe danach (22:2) gab es gleich zwei interessante Artikel zum Einsatz von Filmen in der Lehre (und Forschung) sowie eine daran anschließende Diskussion im Blog der Zeitschrift. Inzwischen sind auch erste Angaben bei den Autor_innenhinweisen vorhanden, die hier zu finden sind.

Die ZeFKo hatte in der Vergangenheit schon diverse Artikel zur Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung sowie zur Friedenspädagogik veröffentlicht. Der Herausgeber Thorsten Bonacker hat mich außerdem darauf aufmerksam gemacht, dass er diese Themen in der Zeitschrift kontinuierlicher behandeln möchte und sich über einschlägige Einreichungen freut. Artikel zur Lehre werden im Forum eingeordnet und sollten sich an den dortigen Vorgaben orientieren.

Für beide Zeitschriften scheint es ratsam, zunächst bei den Redaktionen anzufragen, ob ein geplanter Artikel für das jeweilige Journal in Frage kommt und die Anforderungen zu klären. Wir sollten jedenfalls diese Chancen nicht ungenutzt lassen und die Redaktionen mit genügend Einreichungen vor die Qual der Wahl stellen.

Wie sieht es eigentlich bei anderen deutschsprachigen Zeitschriften aus der Politikwissenschaft aus? In der Zeitschrift für politische Theorie, der Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft oder der Zeitschrift für Parlamentsfragen (um nur einige prominente Beispiele zu nennen) habe ich nichts vergleichbares finden können…

Erste Jahrestagung „Stand und Perspektiven politikwissenschaftlicher Hochschullehre“

Die Tagung fand am 25. und 26. Februar 2016 im ehemaligen kurfürstlichen Residenzschloss, dem Hauptgebäude der Universität Bonn statt. Mehr als 40 TeilnehmerInnen aus allen politikwissenschaftlichen Fachrichtungen und von Instituten aus dem ganzen Bundesgebiet fanden sich zusammen, um zwei Tage intensiv über aktuelle Entwicklungen in der Hochschullehre zu diskutieren und Erfahrungen über neue und alte Lehr- und Lernmethoden auszutauschen. Weiterlesen

Erste Jahrestagung der DVPW-Themengruppe Hochschullehre

„Stand und Perspektiven politikwissenschaftlicher Hochschullehre“

Die im Herbst 2015 neu gegründete DVPW-Themengruppe Hochschullehre lädt alle Interessierten zur ersten Jahrestagung „Stand und Perspektiven politikwissenschaftlicher Hochschullehre“ ein. In der am 25/26. Februar 2016 an der Universität Bonn stattfindenden Tagung sollen in verschiedenen Formaten Themen politikwissenschaftliche Lehre präsentiert und diskutiert werden.

Die Tagung zielt auf einen aktiven Austausch der Beteiligten. Neben Vorträgen sind eine Posterpräsentation, Workshops und Diskussionsrunden geplant. Die Veranstaltung soll zudem über mediale Formate begleitet werden. Zugleich bildet die Tagung den Auftakt einer fortlaufenden Reihe von Tagungen zur Hochschullehre in der Politikwissenschaft.

Zur Teilnahme an der Tagung bitten wir Sie um schriftliche Anmeldung bis zum 15. Februar 2016 unter julia.reuschenbach[ÄT]uni-bonn.de.

Es steht ein begrenztes kostengünstiges Kontingent an Übernachtungsmöglichkeiten im Ibis Hotel Bonn zur Verfügung. Die Buchung der Zimmer (EZ mit ÜF zum Preis von 69,00 Euro) erfolgt direkt im Hotel: Tel. 0228 – 72660.

Für die Tagung wird ein Tagungsentgelt in Höhe von 20,00 Euro pro Person erhoben. Die Tagungsgebühr wird bei Anreise entrichtet. Darin ist die Verpflegung während der Tagung enthalten. Reisekosten- oder Referentenhonorare können leider nicht übernommen werden.

Für Fragen steht das Sprecherteam gerne zur Verfügung:

Dr. Daniel Lambach (Vertretungsprofessor für Internationale Beziehungen, Institut für Politikwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, daniel.lambach[ÄT]uni-due.de)

Julia Reuschenbach M.A. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, julia.reuschenbach[ÄT]uni-bonn.de)

Dr. Mischa Hansel (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Gießen, mischa.hansel[ÄT]sowi.uni-giessen.de)

 

Programm (pdf-Version)

Donnerstag, 25.2.2016

13.00Uhr – 14.00 Uhr „Welcome“ Ankunft, Namensschilder, Imbiss, Anmeldung zu den Workshops am Freitag

14.00Uhr – 14.15Uhr Begrüßung durch das Sprecherteam der Themengruppe

14.15Uhr – 15.45Uhr Panel 1 Lehr- und Lernszenarien (Kurzvorträge à 15 Min. mit Diskussion)

(1) Integration von Politiksimulation(selement)en in die Hochschullehre (Robert Lohmann M.A., Universität Passau)

(2) Das Lehr-Lernkonzept „Integration³“ (Lukas Zech M.A., Universität Passau)

(3) Was nützen „Seamless-Learning“ und neue didaktische Konzepte in der Politikwissenschaft? (Nils Arne Brockmann M.A., Dr. Kathrin Loer, Fernuniversität Hagen)

15.45Uhr – 16.15Uhr Kaffeepause

16.15Uhr – 17.45Uhr Panel 2 „Gute Lehre“?! (Kurzvorträge à 15 Min. mit Diskussion)

(1) „Wissenschaftliches Schreiben in der politikwissenschaftlichen Lehre“ (Dr. Dagmar Schulze Heuling, Universität Bonn)

(2) „Peer-Feedback auf Hausarbeiten: Ein Mehrwert für Lehrende und Studierende“ (Susanne Schwarz, Zentrum für Schlüsselkompetenzen und Forschendes Lernen, Universität Frankfurt Oder)

(3) „Was bedeutet gute Lehre? Einsichten und Perspektiven eines Orientierungstags an der Philosophischen Fakultät der Uni Bonn“ (Dr. Manuel Becker, Universität Bonn)

18.00Uhr – 19.30Uhr Panel 3 Postersession (Präsentationen, Gespräche und Abendessen)

(1) Planspiele in der sozialwissenschaftlichen Hochschullehre: Herausforderungen für Lehrende (Maria Theresa Meßner M.A., May Jehle M.A., Prof. Dr. Tim Engartner, Universität Frankfurt am Main)

(2) Debattenseminar „Demokratiereform“ (Dr. Volker Best, Universität Bonn)

(3) Projektbüro Angewandte Sozialforschung (Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp, Universität Hamburg)

(4) Praxisbezug und Interdisziplinarität in der politikwissenschaftlichen Lehre – der geplante Weiterbildungsmaster Politisch-historische Studien an der Universität Bonn (Julia Reuschenbach M.A., Universität Bonn)

(5) Aktives Lernen als Mittel zur Demokratieerziehung in der gesellschaftswissenschaftlichen Lehre (Dr. Daniel Lambach, Universität Duisburg-Essen)

 

Freitag 26.2.2016

09.00Uhr – 09.15Uhr     Begrüßung durch das Sprecherteam der Themengruppe

09.15Uhr – 10.15Uhr         Impulsvortrag „Zum Stand der Hochschullehre“

(Dr. Bettina Jorzik, Programmleiterin Lehre, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft)

10.15Uhr – 11.45Uhr Panel 4 Workshops

(1) Workshop „Forschendes Lehren und Lernen gestalten: Ein standortübergreifendes Projektseminar zu „Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft“ (PD Dr. Julia Schulze Wessel und Susann Beyer TU Dresden, Dr. Ellen Thümmler TU Chemnitz, Franz Thiele und Carla Ostermayer TU Dresden)

(2) Workshop „Grundkurs Methoden der empirischen Sozialforschung“ (Prof. Dr. Kai Uwe Schnapp, Universität Hamburg)

(3) Workshop „Aktivierende Methoden im Seminarkontext“ (Prof. (apl.) Dawid Friedrich, Center for the Study of Democracy, Leuphana University Lüneburg)

11.45 – 13.00Uhr       Abschlussdiskussion