Digitale Lehre Vol. V – Workshop: Interaktive Elemente in der Onlinelehre

Am 14. Mai 2020 bietet der AK Hochschullehre den nunmehr 5. Workshop zur digitalen politikwissenschaftlichen Lehre an. Wir freuen uns auf das spannende Thema:

Interaktive Elemente in der Onlinelehre – Was, wie und warum?

  • Wann: Donnerstag, 14. Mai, 16:30 – 17:30 Uhr
    Wo: https://wwu.zoom.us/j/94839482688 
  • Meeting-ID: 948 3948 2688
  • Passwort: 023472
  • Der Workshop wird aufgezeichnet. Ein entsprechender Hinweis erfolgt vor Beginn der Aufzeichnung.
Zum Workshop:

Patricia Konrad, Tina Rosner-Merker und Gabi Schlag stellen in ihrem Workshop verschiedene Tools und Formate zur interaktiven Gestaltung von synchroner sowie asynchroner Onlinelehre vor. Sie geben dabei Einblicke in die Lehrpraxis eines seit 2016 stetig weiterentwickelten, standortübergreifenden Seminars aus dem Bereich der Friedens- und Konfliktforschung, skizzieren interaktive Elemente unterschiedlicher Intensität und Komplexität sowie diskutieren die Vor- und Nachteile verschiedener Tools und Formate. Die Teilnehmenden erhalten im Rahmen des Workshops auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Probleme zu besprechen und erste eigene Eindrücke von ausgewählten Tools zu sammeln.

Unsere Referentinnen:

Patricia Konrad ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Universität Hamburg und lehrt seit 2016 im Projekt des standortübergreifenden Ringseminar. Ihre Forschungsschwerpunkte innerhalb der Friedens- und Konfliktforschung sind Kriegsursachenforschung, nicht-staatliche Gewaltakteure und genderbasierte Gewalt.

Tina Rosner-Merker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie lehrt seit dem 2018 im standortübergreifenden Ringseminar. Im Fokus ihrer Forschung und Lehre stehen die Themen Anerkennung, Sezession und Wandel von Staatlichkeit.

Gabi Schlag ist akademische Rätin an der Eberhard Karls Universität Tübingen und koordiniert das MA-Studienprogramm “Peace Research and International Relations”. Sie lehrt seit 2019 im standortübergreifenden Ringseminar. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Internationalen Beziehungen / Friedens- und Konfliktforschung mit den Schwerpunkten Gewalt und Visualität.

 

Tod der Reputationsasymmetrie! Wie stärken wir den Stellenwert von Lehre in Berufungsverfahren? Ein Meinungsbeitrag von Daniel Lambach

In der Politikwissenschaft wie auch in anderen Fächern ist man sich in professionspolitischen Fensterreden schnell einig, dass Leistungen in der Lehre mehr gewürdigt werden sollten. Karrieren werden zu oft noch (nahezu) ausschließlich auf Forschungsleistungen aufgebaut, während Erfolge und Erfahrungen in der Lehre nur wenig beim Vorankommen in der Wissenschaft helfen, obwohl diese beiden Felder im Sinne des Maxims Forschung und Lehre gleichberechtigt sein sollten. Diese „Reputationsasymmetrie“ wird über verschiedene Mechanismen aufrechterhalten, vor allem über Einstellungs- und Berufungsverfahren.

Ein Grundproblem dabei ist, dass Lehrleistungen stärker dichotom bewertet werden als Forschungsleistungen. Während bei letzteren eher gilt „je mehr und je mehr Ansehen desto besser“ wird Lehre eher als „ausreichend oder nicht ausreichend?“ bewertet. Spitzenleistungen in der Lehre erhalten damit keinen angemessenen Bonus gegenüber bloß adäquaten Leistungen. Wer lange Zeit mit hohem Deputat lehrt, Lehrpreise bekommt, Förderung für Lehrprojekte einwirbt, über Lehre publiziert, sich um seine Studierenden kümmert, wird nur geringfügig besser bewertet als solche Mitbewerber/innen, die in der Lehre gerade so das Nötigste getan haben.

Anekdotenhafte Evidenz zu dieser Annahme kann sicher jeder und jede beitragen, der/die schon einmal in einer Berufungskommission war. Unterstützt wird dies auch von den Ergebnissen einer jüngst veröffentlichten Studie zur Gewichtung von Auswahlkriterien in Berufungsverfahren:

„Die Ergebnisse […] zeigen, dass die Berufungskommissionsvorsitzenden von Universitäten im Vergleich zu ihren Fachhochschulkollegen die Relevanz forschungsbezogener Kriterien (wissenschaftliche Publikationen, durchgeführte Forschungsprojekte, eingeworbene Drittmittel, die Mitwirkung in der Scientific Community über die Tätigkeit als Vorstand einer Fachgesellschaft oder als Herausgeber von Fachzeitschriften sowie das Forschungskonzept bzw. geplante Forschungsprojekte und der Fachvortrag im Berufungsverfahren) für die Listenentscheidung in Berufungsverfahren überdurchschnittlich häufig betonen. Auf der anderen Seite akzentuieren sie überproportional häufig die geringe Relevanz von lehrbezogenen Kriterien (Lehrerfahrung bezüglich Veranstaltungen, Prüfungen und der Betreuung von Abschlussarbeiten; Lehrevaluationsergebnisse; das Lehrkonzept; schließlich der Lehrvortrag im Berufungsverfahren […]).“ (Kleimann/Hückstädt 2018: 39)

Um hier eine Veränderung zu bewirken, müssen wir also darüber sprechen, wie Lehre in derartigen Verfahren systematisch und fair höher bewertet werden kann als bisher. Dafür gibt es verschiedene Methoden, von denen manche bereits in Auswahlverfahren eingesetzt werden, z.B. Lehrproben oder die Einreichung von Lehrevaluationen. Allerdings gehen hier die Standards weit auseinander und manche dieser Instrumente sind nicht unbedingt valide Indikatoren für Lehrkompetenz. Welche Kriterien können Berufungskommissionen also heranziehen?

 

Lehrzertifikate

Für Stellen mit einem normalen Deputat sollte die Absolvierung didaktischer Qualifizierungsmaßnahmen eine absolute Muss-Bedingung sein. Dafür gibt es zwischen den Bundesländer variierende, aber insgesamt vergleichbare Zertifikate, die man in der Qualifikationsphase berufsbegleitend erwerben kann. Allermindestens sollte man den Berufenen abverlangen, ein noch nicht erworbenes Zertifikat innerhalb von 1-2 Jahren zu beenden.

 

Lehrqualität

Lehrqualität ist nur sehr schwer zu bewerten. Hier greifen viele Kommissionen auf die standardisierten Lehrevaluationen zurück, welche an den meisten Instituten regelmäßig durchgeführt werden. Dass diese Evaluationen aber methodisch fragwürdig sind und ihre Ergebnisse systematisch Frauen und Minderheiten benachteiligen, ist aber inzwischen gründlich bewiesen. Daher sollten Evaluationen entweder gar nicht oder nur mit der geboteten Vorsicht und als Teil eines mehrdimensionalen Assessments der Lehrqualität herangezogen werden.

Stattdessen kann man Bewerber/innen bitten, unter ihren Referenzen auch eine teaching reference anzugeben, die etwas zu den Lehrleistungen sagen kann. Dies ist in den USA durchaus gängig und würde bei uns u.a. dazu beitragen, dass sich Vorgesetzte für die Lehre ihrer Mitarbeiter/innen interessieren müssen, wenn sie deren Fortkommen in der Wissenschaft unterstützen wollen.

Außerdem könnte man ernsthafte Lehrproben einführen. Zu oft sind Lehrproben in Berufungsverfahren nur Kurzvorträge ohne Aussprache über die Didaktik, sondern über den Lehrinhalt, und damit eigentlich zweite Forschungsvorträge. Stattdessen sollte man realistische Settings organisieren (z.B. eine halbe Seminarsitzung von 45 Minuten vor echten Studierenden) und von den BewerberInnen vorab ein schriftliches Lehrkonzept einfordern.

 

Lehrkonzepte

Manche Kommissionen verlangen von Bewerber/innen entweder bei der Erstbewerbung oder nach Einladung zum Berufungsvortrag Lehrkonzepte ein. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings fehlt es hier zuweilen an der nötigen Kompetenz zur Bewertung der eingereichten Lehrportfolios. Diese sollten anhand eines klaren Kriterienkatalogs zu Lehrerfahrungen, Lehrphilosophie, didaktischer Qualifikation, geplanten Lehrangeboten sowie Diversitäts- und Genderkompetenz ausgewertet werden. Eventuell kann man zur Erstellung eines entsprechenden Katalogs Unterstützung seitens der örtlichen hochschuldidaktischen Qualifikationsstelle einholen.

 

Lehrquantität

Auch die Quantität der bisherigen Lehrerfahrung sollte in die Bewertung einfließen. Wie viel Erfahrung haben die Kandidat/innen insgesamt? Wie gut passen die bisher gelehrten Themen und Veranstaltungsformen zu denen, die im neuen Job gebraucht werden? Die Lehrerfahrung sollte auch im Kontext mit anderen Kriterien gesehen werden: wer sich von einer Ratsstelle mit hohem Deputat  (12-16 SWS) bewirbt, wird sicher einen geringeren Forschungsoutput haben als Mitarbeiter/innen eines reinen Forschungsinstituts, die gelegentlich einzelne Lehraufträge wahrnehmen. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil der „Sprung“ auf 9 SWS Lehre (oder noch mehr bei FHs) in Kombination mit der entsprechenden Gremienarbeit bei lehrunerfahrenen Spitzenwissenschaftler/innen oft einen Praxisschock erzeugt, der ihre forscherische Leistungsfähigkeit mehrere Jahre beeinträchtigt.

 

Besondere Lehrleistungen

Nicht zuletzt sollten auch besondere Lehrleistungen in der Bewertung der Lehrqualifikation berücksichtigt werden. Dazu gehören natürlich Lehrpreise, die ein guter Indikator für hohe Lehrqualität sind. Aber Vorsicht – nicht jede Hochschule bzw. Fakultät verleiht überhaupt Lehrpreise, so dass nicht alle Bewerber/innen hierzu überhaupt eine Chance haben. Hinzu kommt auch die Drittmitteleinwerbung für Lehrprojekte. Dieser Bereich wird mit dem für 2021 oder 2022 geplanten Start der sogenannten Organisationseinheit für „Innovationen in der Lehre“ (vulgo: Deutsche Lehr-Gemeinschaft) einen deutlichen Schub bekommen. Und nicht zuletzt kann man auch Publikationen über die Lehre heranziehen, die wir in diesem Blog schon oft als Mittel zur Kommunikation und Qualifikation gewürdigt haben.

Während diese drei Kriterien – Preise, Projekte, Publikationen – sich an „klassischen“ Statusmarkern wissenschaftlicher Arbeit orientieren, können besondere Lehrleistungen aber auch in anderer Weise erbracht werden, z.B. durch die Organisation besonderer Lehrveranstaltungen (Simulationen, Exkursionen etc.), die über das normale Curriculum hinausgehen. Auch ein besonderes Engagement in der Betreuung von Studierenden kann Ausdruck hohen Engagements sein. Diese Arten besonderer Lehrleistungen können im Rahmen des Lehrkonzepts dargelegt werden.

 

Quelle:

Kleimann, Bernd / Hückstädt, Malte (2018): Auswahlkriterien in Berufungsverfahren: Universitäten und Fachhochschulen im Vergleich. In: Beiträge zur Hochschulforschung 40:2, 20-46.

Es geht weiter: Neue Angebote zur digitalen Lehre

Neue Workshop-Termine

Nach dem erfolgreichen Start in der vergangenen Woche, bietet der AK kommende Woche erneut zwei Workshops zu digitalen politikwissenschaftlichen Lehre an:

Thema: Politikwissenschaftliche Schreibübungen in Corona-Zeiten
Referentin: Kathrin Loer, Fernuniversität Hagen
Termin: Dienstag, 28. April 2020 um 17.30-18.30 Uhr
Ort: Zoom 
Meeting-ID: 951 5750 0049
Passwort: 009866
Wissenschaftlich zu schreiben ist eine zentrale Kompetenz, die Studierende der Politikwissenschaft erwerben müssen. Damit, wie diese Kompetenz auch digital vermittelt werden kann, hat Kathrin Loer an der Fernuniversität Hagen schon einige Erfahrung gesammelt. In diesem Workshop gibt sie einen Einblick.

Thema: Politische Theorie(n) digital lehren
Referentin: Dannica Fleuß, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Termin: Mittwoch, 29. April 2020 um 16.00-17.00 Uhr
Ort: Zoom 
Meeting-ID: 931 9460 2918
Passwort: 025243
Die Arbeit mit komplexen Theorien ist in der Lehre oft nicht einfach. Viele Verständnisfragen tauchen auf, umfangreiche Texte müssen durchgearbeitet werden. Intensive Diskussionen sind erwünscht – doch wie geht dies alles digital? Dannica Fleuß gibt ausgehend von der Politischen Theorie, aber auch darüber hinaus, Einblicke in synchrone und asynchrone Methoden der digitalen Lehre von Theorien. 

Die Mitschnitte beider Workshops sind online hier zu finden: https://www.dvpw.de/service/digitale-lehre/zoom-workshops/

 

13 Tipps zur digitalen Lehre

Die DVPW hat auf ihrer Homepage eine Rubrik zur digitalen Lehre eingerichtet. Dort finden Sie seit heute das durch den AK Hochschullehre entwickelte kurze Handout „13 Tipps für digitale politikwissenschaftliche Lehre“.

Jetzt mitmachen: Toolbox digitale politikwissenschaftliche Lehre

Außerdem finden Sie in der neuen Rubrik die Einladung, an unserer gemeinsamen „Toolbox digitale politikwissenschaftliche Lehre“ mitzuwirken. Sie haben erste Erfahrungen gesammelt, Best-practice-Beispiele im Kopf? Sie haben eine Idee, aber diese noch nicht ausprobiert? Wir freuen uns über alle, die unsere Toolbox gerade jetzt schnell und kurzfristig mit Leben füllen. Reichen Sie Ihre Ideen über diese Eingabemaske ein und lassen Sie sich zugleich von den Methoden und Ideen Ihrer Kolleg*innen (nicht nur in diesem Semester) inspirieren.

Haben Sie weitere Ideen und Vorschläge, wie wir die Sammlung von Materialien zur digitalen Hochschullehre in Zeiten von Corona erweitern können? Dann melden Sie sich bei den Sprecher*innen des AK Hochschullehre.

Planspiele und Politiksimulationen in der Hochschullehre – Ein Interview mit Wolfgang Muno

Zur Veröffentlichung zweier neuer Bände in der Kleinen Reihe Hochschullehre Politik haben wir nach dem Interview mit Caroline Kärger und Judith Gurr jetzt auch noch ein Gespräch mit Wolfgang Muno (Universität Rostock) geführt, in dem er seinen neuen Band “Planspiele und Politiksimulationen in der Hochschullehre” vorstellt.

 

1) Worum geht es in Deinem Buch?

Momentan sind vielleicht E-Learning Methoden aktueller, aber es wird wieder die Zeit der Präsenzlehre kommen. Dann werden wir uns auch wieder Gedanken machen über die Beteiligung und Aktivierung der Studierenden in den Seminaren und Vorlesungen. Aktivierende Lehre wird dann wieder wichtig werden.

Planspiele und Simulationen gelten als ein „Königsweg“ aktivierender Lehrformen. Was könnte spannender sein für Studierende, als für einige Stunden oder gar einige Tage in die Haut einer Politikerin, einer Europa-Abgeordneten, einer Ministerin oder einer Kanzlerin zu schlüpfen und Entscheidungen zu treffen?

Das Buch ist aus der Entwicklung einer Simulation entstanden. Um die Lehre über die EU zu verbessern, habe ich gemeinsam mit einigen Studierenden vor einigen Jahren an der Uni Mainz eine Simulation zum Gesetzgebungsprozess der EU initiiert. Daraus ist eine mehrtägige Veranstaltung mit über 100 Teilnehmern aus der ganzen Welt geworden: Model European Union Mainz. Aus der Reflexion und Diskussion von MEUM entstand dann eine Reihe von Publikationen, als Gesamtschau schließlich diese Publikation.

Es geht dabei zunächst einmal um eine Systematik von Planspielen und Simulationen. Die Bandbreite reicht von einfachen, spontanen Rollenspielen bis hin zu mehrtägigen, komplexen, regelbasierten Simulationen. Im Vorfeld sollte man sich mithilfe der Systematik als Dozentin überlegen, welche Art von Planspiel beabsichtigt ist. Ich diskutiere auch Lehr-/Lernziele vor dem Hintergrund des sogenannten „Shift from teaching to learning“. Im Mittelpunkt steht aber die Praxisorientierung: Wie soll ich eine Simulation konzipieren? Was ist dabei zu beachten? Die Trias „Vorbereitung-Durchführung-Evaluation“ wird vor dem Hintergrund von MEUM ausführlich diskutiert.

 

2) Warum ist das Thema für die politikwissenschaftliche Hochschullehre wichtig?

Der „Shift from teaching to learning“ stellt Dozierende vor neuen Herausforderung. Nicht mehr der weise Greis, der alles weiß, ist gefragt, sondern eine Moderatorin, die zum Lernen motiviert und aktiviert. Eine passende Methode wäre eine Simulation, die aber viel mehr Mühe macht als ein klassisches Seminar mit Referaten.

Es geht in der Publikation schlicht um die Frage: wozu die Mühe mit einer Simulation? Ein einfaches, spontanes Rollenspiel kann problemlos in regulären Unterricht integriert werden, eine komplexe, mehrtägige, regelbasierte Simulation erfordert sehr viel organisatorischen Aufwand im Vorfeld. Lohnt sich das? Obwohl die empirische Forschung zu messbaren Lernergebnissen in der Hochschuldidaktik noch in den Kinderschuhen steckt, deuten erste Forschungen an, dass sich der Aufwand sehr wohl lohnt. Studierende schätzen Simulationen als spannend, unterhaltsam und lehrreich ein.

Um das zu schaffen, benötigt es aber eine gezielte inhaltliche und organisatorische Vorbereitung. Wichtig ist auch eine gute Evaluation bzw. Reflexionsphase, um einerseits Teilnehmenden das Nachdenken über Ausgeübtes und Erlerntes zu ermöglichen, andererseits die Simulation zu verbessern bzw. auf bestimmte Bedürfnisse und Herausforderungen anzupassen. Die Publikation soll dies verdeutlichen und beschreibt, was dabei hilft und was wichtig ist.

 

3) Wer sollte dieses Buch lesen?

Das Buch sollte für alle interessant sein, die überlegen, einmal eine Simulation durchzuführen, ob Universität oder Schule, ob Dozentin, Lehrerin oder Studentin. Es sollen sich auch alle Teilbereiche der Politikwissenschaft angesprochen fühlen.

Ob EU oder UN-Sicherheitsrat, ob Verfassungsversammlung oder Bildungsgerechtigkeit, ob die Ministerpräsidenten der Länder über die Einschränkung von Grundrechten zur Pandemie-Bekämpfung beschließen müssen oder der Bundesrat erneuerbare Energien fördern möchte, Simulationen sind unterhaltsame, und, wenn gut vor- und nachbereitet, auch sehr lehrreiche Lehr-/Lernformen – für Studierende wie für Dozierende.

Das Buch ist bestellbar über https://wochenschau-verlag.de/planspiele-und-simulationen.html und alle Buchhändler.

AK Hochschullehre bietet Online-Workshops zur digitalen Lehre

Viele Kolleginnen und Kollegen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre Lehre im Sommersemester kurzfristig auf Online-Formate umzustellen zu müssen. Der Arbeitskreis Hochschullehre der DVPW wird deshalb in den kommenden Wochen Online-Workshops anbieten, die verschiedene Aspekte der politikwissenschaftlichen Hochschullehre thematisieren und praxisorientierte Hinweise für das eigene Seminar geben. Referentinnen und Referenten werden zu Beginn einen Input beisteuern. Anschließend besteht die Möglichkeit des kollegialen Austauschs.

Die Workshops werden als moderierte Zoom-Konferenzen angeboten und aufgezeichnet. Später werden die Aufnahmen auf der Website der DVPW angeboten.

Die beiden ersten Workshops finden in der kommenden Woche statt:

Daniel Lambach stellt eine Variation des Flipped Classroom vor, wie dieser in der reinen Online-Lehre eingesetzt werden kann. Im Workshop geht es darum, welche Funktionen und Möglichkeiten asynchrone (zeitversetzte) und synchrone (gleichzeitige) Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden haben und wie diese produktiv miteinander verknüpft werden können.

Matthias Freise gibt in seinem Workshop Hinweise, wie Sie mit Studierenden politikwissenschaftliche Texte lesen können und stellt eine Reihe von Übungen vor, die den Studierenden die Textarbeit erleichtern, sie motivieren und die einfach in Online-Formate übersetzt werden können.

Durch Ihre Teilnahme stimmen Sie der Video-Aufzeichnung (Bild und Ton) sowie der Speicherung und Veröffentlichung der Aufnahmen durch die DVPW zu.

Sollten die Workshops auf Resonanz stoßen, wird der AK Hochschullehre in den kommenden Wochen weitere Angebote realisieren. Wenn Sie Themenwünsche haben oder selbst einen Workshop zu einem Thema beisteuern möchten, melden Sie sich bitte bei Matthias Freise (freisem(ÄT)uni-muenster.de).

Die Mitschnitte beider Workshops sind hier zu finden: https://www.dvpw.de/service/digitale-lehre/zoom-workshops/

Lebhafte Debatten in einem als „verstaubt“ geltenden Fach: Bericht über die Tagung aus Studierendenperspektive

Dieser Beitrag von Niklas Nolting (HSU Hamburg) ist der Abschluss der Blogserie “Hochschullehre in der Politischen Theorie und Ideengeschichte”.

 

Als Studierender stellt man sich häufig die Frage nach dem Verhältnis und der Vereinbarkeit von aktuellen politischen Entwicklungen oder Stimmungen und dem Lehrplan, der Theorie-Seminaren zugrunde liegt. Dies war auch ein wiederkehrender Diskussionspunkt des Workshops Theorielehrender in Hamburg. Hier wurden das Prinzip der Freiheit der Lehre und ihre potentiellen politischen Implikationen, die sich zum Beispiel in der Lehrplangestaltung manifestieren, abgewogen. Beispielsweise thematisierten Frederik Metje und Simon Rettenmeier in ihrem Vortrag über „die Schizophrenie des Lehrens politischer Theorie“ mögliche Gefahren, die aus einer Diskussion von Theoretikern mit rassistischen Grundannahmen resultieren. Sicher kann eine Verbannung Kants (aufgrund eines Rassismus-Verdachts) oder Heideggers und Schmitts (aufgrund ihrer Involviertheit in der NS-Zeit) vom Lehrplan nicht die Lösung sein: Welcher Lehrende hat einen „objektiven Standpunkt“ und kann entscheiden, wer es nach den heutigen Kriterien verdient hat gelehrt zu werden? Aus Studierendenperspektive erscheint es mir zudem paternalistisch, derartige Lehrinhalte nicht in Curricula aufzunehmen.  Vielmehr wäre es wünschenswert, Studierenden die Befähigung zum eigenständigen kritischen Denken zuzutrauen und diese Fähigkeit stärker zu betonen und zu fördern, anstatt den Lehrinhalt zu reglementieren. Auch der Roundtable war sich diesbezüglich einig: Die politische Theorie besteht gerade aus dem Denken über sowie dem Ringen mit ideologischen und weltanschaulichen Differenzen. Im Zweifel kann eine ungeliebte Theorie immer noch als Sparringspartner zu Generierung von passenden Gegenargumenten dienen. Die Lehre verliert etwas, wenn sie sich gewissen Inhalten grundsätzlich verschließt, und verkommt dadurch zu einem stromlinienförmigen Laborobjekt. Aus der Sicht des Lernenden war es erfreulich, dass die lebhafte Diskussion der Tagung zeigte, dass diese Diskrepanzen nicht bloß in der Studierendenschaft, sondern ebenso bei den DozentInnen Sprengstoff bergen und vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen kontrovers thematisiert werden.

Aus Studierendenperspektive wurde eine häufig als „abstrakt“ oder „verstaubt“ geltende Disziplin durch viele Diskussionen des Workshops plötzlich ganz lebhaft und anschaulich. Dazu trug auch die Debatte um die Methodik des Lehrens politischer Theorie bei. Rieke Trimcev und Lisa Klingsporn erklärten, dass sie politische Theorie (bzw. Ideengeschichte) gerne anhand eines Planspiels lehrten, indem die Studierenden das Leben in einem fiktiven Dorf, das über zuvor festgelegte Ressourcen verfügt, selbst politisch organisieren müssen. Mir schien insbesondere die Frage interessant zu sein, inwieweit sich „meine“ Ausgestaltung des Dorfes im Verlauf meines Studiums bereits verändert hätte oder noch verändern würde.

Insgesamt haben die Diskussionen und Fragestellungen der Tagung dazu beigetragen, dass ich eine neue Perspektive und ein besseres Verständnis für die Herausforderungen zu erlangen, die mit der Lehre der politischen Theorie einhergehen. Der Satz eines Teilnehmenden ist für mich mit einem faden Beigeschmack in Erinnerung geblieben: „Wer im akademischen Bereich Karriere machen will, der sollte seinen Fokus nicht zu sehr auf die Lehre richten.“ Dieser Umstand ist uns Studierenden eher selten bewusst. Zudem war ein weiterer Diskussionspunkt aus Studierendenperspektive überraschend dominant: die Angst angesichts rapider verändernder gesellschaftlicher Strömungen an den Rand der Forschungswelt und in die Bedeutungslosigkeit gespült zu werden. Dieser Angst trug insbesondere Gary S. Schaal Rechnung, indem er einen Appell für die Öffnung der politischen Theorie für digitale Technologien und Methoden formulierte. Sowohl didaktisch als auch inhaltlich müsse sich die politische Theorie auf das Arbeiten mit Algorithmen und Text Mining einlassen, da sie sonst zukünftig an Relevanz einbüße. Mit diesem zukunftsgerichteten Denken sprach er insbesondere auch die jungen WissenschaftlerInnen und Studierenden an, da sie es sind, die sich mit der Zukunft dieser Disziplin auseinandersetzen werden müssen.

 

Anm.: Als Anschlussveranstaltung ist derzeit ein internationaler Workshop zu Methoden und Herausforderungen der Theorielehre in Planung, der auch eine vergleichende Perspektive auf das Lehren und Lernen in verschiedenen nationalen bzw. kulturellen Kontexten einnehmen wird. Weitere Informationen folgen sobald Konferenz- bzw. Workshop-Planungen wieder möglich sind.

Lernen im Dialog: Aktivierende Methoden in der politikwissenschaftlichen Lehre – Ein Interview mit Caroline Kärger und Judith Gurr

Nach der Veröffentlichung zwei neuer Bände in der Kleinen Reihe Hochschullehre Politik haben wir wieder Interviews mit den AutorInnen geführt. In diesem Beitrag stellen Caroline Kärger (HAW Hamburg) und Judith Gurr (Leuphana Universität Lüneburg) ihren Band “Lernen im Dialog: Aktivierende Methoden in der politikwissenschaftlichen Lehre” vor.

 

1) Worum geht es in Eurem Buch?

In unserem Buch geht es darum zu zeigen, wie Lehrende in ihren Lehrveranstaltungen Situationen herstellen und Anlässe schaffen können, in denen alle Studierenden aufgefordert sind, sich aktiv zu beteiligen und in den wissenschaftlichen Dialog zu treten. Das Buch ist aus der Erfahrung einer Situation heraus entstanden, die vermutlich viele Lehrende bereits erlebt haben: von den Studierenden einer Lehrveranstaltung beteiligt sich nur ein Bruchteil aktiv an den Diskussionen und Lernaktivitäten in einer Sitzung. Dabei ist gerade die mündliche Auseinandersetzung besonders relevant, da es zu den Zielen eines politikwissenschaftlichen Studiums gehört Studierende in der Aneignung dialogischer Kompetenzen zu unterstützen.

Deshalb skizzieren wir im Band wie dialogische Kompetenzen durch Konzepte aktiven Lernens und den Einsatz aktivierender Methoden gefördert werden können. Lehrenden bieten wir mit dem Band anwendungsorientierte Impulse für ihre eigene Lehre. Wir erläutern zunächst die Begriffe Dialog und dialogische Kompetenzen sowie die Relevanz dieser Kompetenzen und welche Ansätze es gibt um die Aneignung zu unterstützen. Im zweiten, längeren Teil des Buches werden dann in praxisorientierten Steckbriefen verschiedene aktivierende Methoden vorgestellt, die in den Präsenzphasen von Lehrveranstaltungen Diskussionsanlässe schaffen, Kommunikationsräume gestalten und Dialogkompetenzen fördern. Für alle Methoden gehen wir auf Ziele und Einsatzmöglichkeiten, Voraussetzungen und Material, Vorbereitung und Durchführung sowie Zeitbedarf, Teilnehmer*innenzahl und die Rolle der Lehrperson ein. Jede Methode wird durch Anwendungsbeispiele aus den verschiedenen Teildisziplinen der Politikwissenschaft illustriert. Wir geben sowohl in den Steckbriefen als auch am Ende des Buches konkrete Erfahrungswerte und Tipps weiter wie die Umsetzung der Methoden gelingen kann.

 

2) Warum ist das Thema für die politikwissenschaftliche Hochschullehre wichtig?

Es ist aus verschiedenen Gründen wichtig, dass wir als Lehrende Studierende darin unterstützen, Dialoge und Diskussionen führen zu können, Argumente zu entwickeln und sich mündlich kritisch mit Fragen und Themen der Politikwissenschaft auseinanderzusetzen. Erstens sind dies Fach- und Kernkompetenzen eines politikwissenschaftlichen Studiums. Politikwissenschaft ist pluralistisch und ein politikwissenschaftlicher Wissenskanon und -kern ist schwer festzumachen. Umso wichtiger ist der Erwerb dialogischer Kompetenzen, um verschiedene Positionen einnehmen, artikulieren, diskutieren sowie zwischen ihnen vermitteln zu können. Zweitens ist die Politikwissenschaft eine Disziplin, die eine wissenschaftliche (Aus-)Bildung bietet, aber kaum für konkrete Berufs- und Arbeitsfelder qualifiziert. Dialogische Kompetenzen sind deshalb unter dem Gesichtspunkt der Beschäftigungsfähigkeit besonders arbeitsmarktrelevant und berufsbefähigend, da sie für viele Berufsfelder eine Grundvoraussetzung sind. Drittens sind dialogische Kompetenzen auch Kompetenzen für das Leben und die Teilhabe in einem demokratischen System. Der politikwissenschaftlichen Hochschullehre kommt deshalb gerade angesichts des Erstarkens populistischer Strömungen eine besondere Rolle in der Vermittlung dieser Demokratiekompetenz zu.

 

3) Wer sollte dieses Buch lesen?

Das Buch ist für alle Lehrenden der Politikwissenschaft interessant. Die vorgestellten Methoden sind so ausgewählt, dass sie für alle Teildisziplinen der Politikwissenschaft geeignet sind und sowohl von erfahrenen Lehrenden als auch von Einsteiger*innen eingesetzt werden können. Lehrende nehmen in diesen Methoden die Rolle von Lernbegleiter*innen ein. Bei der Auswahl der Methoden legten wir einen Fokus auf die Präsenzphasen von Veranstaltungen mit vielen Teilnehmer*innen, d.h. größere Seminare oder Vorlesungen, da die Förderung aktiven Lernens und die Unterstützung bei der Aneignung dialogischer Kompetenzen in solchen Formaten besonders herausfordernd ist. Die vorgestellten Methoden sind aber auch in Lehrveranstaltungen mit wenigen Teilnehmer*innen einsetzbar. Ferner sind es Methoden, die sowohl analog als auch digital gestützt durchgeführt werden können. Das Buch greift damit die Möglichkeiten der Digitalisierung für alternative Vermittlungs-, Partizipations- und Kooperationsmöglichkeiten auf. Einige der Methoden benötigen Vorbereitungszeit und können eine ganze Sitzung füllen, andere Methoden sind auch spontan einsetzbar. Ein Blick in das Buch lohnt damit sowohl bei der Veranstaltungsplanung zum Semesterbeginn als auch kurzfristig zur Inspiration für die Gestaltung einer Lehrveranstaltungssitzung. Wir wünschen allen Lehrenden viel Erfolg und Spaß beim Ausprobieren und Anpassen der Methoden in ihren Lehrveranstaltungen!

Das Buch ist bestellbar über https://wochenschau-verlag.de/lernen-im-dialog.html und alle Buchhändler.

Bericht von der fünften Jahrestagung: Wozu politikwissenschaftliche Hochschullehre? (Berlin, 17.-18.2.2020)

Am 17. und 18. Februar 2020 veranstaltete der AK Hochschullehre seine fünfte Jahrestagung des AK Hochschullehre. Die Tagung unter dem Titel „Wozu politikwissenschaftliche Hochschullehre?“ fand im Besuchszentrum der Stiftung Berliner Mauer statt.

 

Book Launch

Zum Tagungseinstieg wurden zwei neue Bände der AK-eigenen Buchreihe präsentiert. Wolfgang Muno (Rostock) stellte seinen Band „Planspiele und Politiksimulationen in der Hochschullehre“ vor. Er hob die Bedeutung aktivierender Lehrformate für die politikwissenschaftliche Hochschullehre heraus. Sein Band bietet eine systematische Einführung in Simulationsformate und befasst sich insbesondere mit den praktischen Herausforderungen der Vorbereitung und Durchführung von Simulationen. Er sprach sich dafür aus, Simulationen nicht als losgelöste Sonderveranstaltungen zu organisieren, sondern sie in Lehrveranstaltungen zu integrieren, um die Vor- und Nachbereitung didaktisch einzubetten. Die besten Simulationen seien aber diejenigen, in denen Lehrende selbst kaum in Aktion treten und die Studierenden selbst die Zügel in die Hand nehmen.

Als nächstes präsentierten Caroline Kärger (HAW Hamburg) und Judith Gurr (Lüneburg) ihren Band „Lernen im Dialog – aktivierende Methoden in der politikwissenschaftlichen Lehre“. Ihr Band war durch die verbreitete Erfahrung motiviert, dass in Seminaren Gespräche und Diskussionen manchmal nicht richtig in Gang kommen. Dabei sind dialogische und argumentative Kompetenzen für Studierende der Politikwissenschaft besonders wichtig, deshalb sei dies eine besonders wichtige Herausforderung. Das Buch fasst vielfältige Methoden zusammen, die Lehrende praktisch einsetzen können, um Studierende zum Dialog zu animieren. So sollen Studierende lernen, Ambiguitäten zu tolerieren und Gesprächskompetenzen zu entwickeln. Caroline Kärger und Judith Gurr hoben hervor, dass das Buch prinzipiell für alle Lehrenden im Fach hilfreich sein kann, aber auch eine gewisse Bereitschaft seitens der Lehrenden erfordert, sich auf den Dialog mit Studierenden einzulassen.

 

Panel 1: Simulationen

Zum Einstieg in die Tagung stellten Anne Goldmann, Arno von Schuckmann, Julia Schwanholz und Stefanie Delhees (Duisburg-Essen) einen im Entstehen befindlichen Aufsatz über die Nutzung von Planspielen vor. Neben einer systematischen Einführung in das Thema ist das Herzstück des Artikels die Vorstellung von zwei Planspielen, die an der NRW School of Governance regelmäßig in der Lehre eingesetzt werden. Das erste Planspiel simuliert den Gesetzgebungsprozess im nordrhein-westfälischen Landtag und wird auch physisch im Düsseldorfer Parlamentsgebäude abgehalten, um ein authentisches Setting anzubieten. Das zweite Planspiel befasst sich mit der parlamentarischen Demokratie am Beispiel des Bundestages. In der Diskussion wurden auch grundsätzliche Fragen zu Planspielen aufgeworfen, z.B. zur Bewertbarkeit von Spielleistungen sowie zu den Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Reflexionsphase.

 

Panel 2: Politische Theorie lehren – wofür und wie?

Der erste Beitrag war von Valerie Scheibenpflug (Wien) zur „Spannung zwischen Selbstzweck und Verwertbarkeit der politisch-theoretischen Lehre an Universitäten“. Sie definierte Theorie als zweckfreie Erkenntnis und wies damit zunächst die Frage nach dem Wozu einer politiktheoretischen Lehre zurück. Universitäten haben ein „philosophisches Moment“ und sollten sich Verwertungszusammenhängen entziehen, um eine kritische Distanz zur Gesellschaft einzunehmen. Außerdem verliere der/die studierende BürgerIn seine/ihre demokratische Mündigkeit, wenn die Universität schon von vornherein alle Lernziele festlege. Allerdings lädt dies Vorwürfe an die politische Theorie ein, sie sei lediglich ein intellektuelles Glasperlenspiel. Damit täte man der politischen Theorie jedoch unrecht, vielmehr sei die Theorie tief in Gesellschaft und Praxis verstrickt und sie könne und dürfe sich der gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht entziehen. Dies könne man bereits an der Gründungsgeschichte der deutschen und österreichischen Politikwissenschaft sehen, die in der Nachkriegsphase ein demokratisch-emanzipatorisches und hoch politisches Projekt darstellte. Die Aufgabe der politischen Theorie sei also nicht die Belehrung, sondern darin, gesellschaftliche Erfahrungen zu reflektieren.

Im Anschluss stellte Mareike Teigeler (Lüneburg) ein Seminarkonzept aus der politischen Theorie vor. In ihrem Vortrag zum „Dilemma als Reflektions- und Debattenraum“ rückte sie das Lernziel in den Mittelpunkt, Studierenden Multiperspektivität und Entscheidungskompetenz zu vermitteln. Dazu sollen Studierende durch mehrere Kleingruppenarbeitsphasen Dilemmata in eigenen Erfahrungen herausarbeiten und in einem strukturierten Vorgehen sozial anerkannte Möglichkeiten des Umgangs damit entwickeln. Im Anschluss erfolgt eine gemeinschaftliche Reflexion der Anwendbarkeit abstrakter ethischer Prinzipien. Im Ergebnis zeigt sich, dass aber selbst durch Entscheidungen die fundamentale Unentscheidbarkeit von Dilemmata nicht dauerhaft überwunden werden kann. Dadurch lernen die Studierenden, dass es auf ein Problem unterschiedliche begründbare Antworten geben kann.

 

Roundtable: Kann man Zielerreichung in der Lehre messbar machen?

Lehre wird heutzutage ständig gemessen – in Lehrevaluationen, Akkreditierung, in Verfahren der landeseigenen Mittelverteilung. Aber (wie) kann dies sinnvoll geschehen? Zu dieser Frage diskutierten Stefan Handtke (Professor für Verwaltungsmanagement an der HTW Dresden, davor drei Jahre Geschäftsführer der Akkreditierungsagentur ACQUIN), Gero Federkeil (Leiter internationale Rankings am Centrum für Hochschulentwicklung) und Lasse Cronqvist (Trier).

Gero Federkeil stellte typische Indikatoren vor, die in Messverfahren des CHE und anderer Institutionen verwendet werden. Diese orientieren sich an zwei Maximen: Erstens sollte vor jeder Messung die Definition von Zielen stehen. Dabei zu beachten: die individuellen/internen Ziele politikwissenschaftlicher Institute stehen immer in Interaktion mit externen Vorgaben, z.B. Zielvorgaben von Hochschulleitungen oder aus der Landespolitik. Zweitens soll bei der Bewertung von Daten deren inhaltliche Validität höher gewichtet werden als deren Verfügbarkeit. Er argumentierte, dass Lehrinstitutionen in der Lehre individuelle Ziele explizit formulieren, ihre Erreichung überprüfen und die dafür erhobenen Daten kontextualisiert (z.B. Abgleich mit Zielgrößen, zeitlicher Verlauf, Vergleich mit anderen) interpretieren sollten. Dabei sollte auch auf qualitative Informationen zurückgegriffen werden, um sich nicht nur auf Kennzahlen zu verlassen.

Stefan Handtke berichtete aus seinen Erfahrungen im Akkreditierungswesen. Derartigen Verfahren liege der Gedanke von Qualitätssicherung und -entwicklung in Forschung und Lehre zugrunde, die im europäischen Hochschulraum eingeordnet und vergleichbar gemacht werden soll. Zur Umsetzung wurde ein europäischer Katalog von Standards formuliert, aber deren genaue Ausformulierung und Interpretation soll in der Autonomie der Hochschulen bleiben. Dabei blieben Zielvorgaben in Bezug auf die Lehre äußerst vage – in Akkreditierungsverfahren wird nicht mechanisch die Erreichung übergeordneter Ausbildungsziele überprüft, sondern gefragt, welche Zielsetzung ein Institut oder eine Hochschule sich selbst gibt und wie diese in Studienprogrammen umgesetzt wird. Ziele sollen sichtbar und diskutierbar sein, müssen aber nicht zwingend überprüfbar oder gar messbar sein, auch wenn es bei manchen Akteuren im Akkreditierungsrat Tendenzen in diese Richtung gibt. Viele Hochschulen wehren sich aber gegen Tendenzen eines kennzahlengestützten Bewertungssystems von Universitäten oder Studiengängen.

In der Diskussion ging es um den Spalt zwischen dem was gemessen wird und „guter Lehre“. Die vorhandenen Instrumente messen so alles mögliche, aber selbst aus einem Abschluss in Regelstudienzeit mit Bestnote kann man nicht ablesen, was Studierende tatsächlich gelernt haben. Dies können letztlich nur die Institute über ihre Prüfungen erledigen, was aber nicht gut vergleichbar ist. Es wurde außerdem thematisiert, dass die große Lehrautonomie im deutschen Wissenschaftssystem Versuche der Steuerung von Lehrleistungen oder des Qualitätsmanagements erschwert. Dies ist auch ein Grundkonflikt in der Systemakkreditierung, wenn Fakultäten diese als Eingriff in ihren autonomen Bereich verstehen. Ferner berichteten manche Teilnehmer, dass in Instituten das eigentlich intendierte Potenzial von Akkreditierungsverfahren, nämlich die strukturierte Entwicklung hochwertiger Studienangebote, durch die Zurschaustellung von Compliance verdrängt werde.

 

Mitgliederversammlung

Der SprecherInnenkreis berichtete von seinen Aktivitäten seit der letzten Mitgliederversammlung. Aufgrund des Endes der Amtszeit wurde der SprecherInnenkreis anschließend neu gewählt. Nahezu einstimmig (mit einer Enthaltung) wurden gewählt: Matthias Freise (Münster) und Lasse Cronqvist für zwei Jahre, Julia Reuschenbach und Volker Best (Bonn) für ein Jahr. Daniel Lambach (Frankfurt) schied aus dem Kreis der SprecherInnen aus.

In der Aussprache wurde der Wunsch nach fachspezifischen Qualifizierungsangeboten für Nachwuchslehrende geäußert. Eventuell ließe sich ein AK-Angebot auch in landesspezifischen Zertifikatsprogrammen anerkennen lassen. Dies könnte zeitlich an die Jahrestagung angedockt werden, um so auch die Beteiligung an den Tagungen weiter zu steigern. Außerdem sollte sich der AK stärker auf seine Jahrestagung konzentrieren und Zweitveranstaltungen nur noch in Ausnahmefällen organisieren, um seine Kräfte und seine Außenwirkung stärker zu bündeln.

 

Panel 3: Lehrkulturen und Selbstverständnisse

Christoph Weller (Augsburg) begann den zweiten Tag mit einem Vortrag zum Thema „Ziele, Mittel und Herausforderungen politischer Hochschullehre: Die ‚Augsburger Erklärung‘ im Feld der Friedens- und Konfliktforschung“. Er berichtete aus Diskussionen im AK Curriculum und Didaktik der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung, in der mit der Augsburger Erklärung ein Text mit Orientierungscharakter verabschiedet wurde, die auch die Wozu-Frage der Tagung beantworten helfen kann. Er riet zur Bearbeitung der Frage mit Studierenden und formulierte mit Aufklärung und Politisierung zwei zentrale Begriffe, um die diese Auseinandersetzung strukturiert werden kann.

Im Anschluss berichtete Carola Klöck von ihren Erfahrungen in der Hochschullehre in unterschiedlichen Ländern. Ihr Beitrag verglich die Lehrpraxis in Deutschland und Frankreich. Sie hob die Unterschiedlichkeit der institutionellen Rahmenbedingungen und Steuerungsinstrumente hervor, z.B. seien an den Sciences Po Abschlussarbeiten nicht verpflichtend und werden nur von einer Minderzahl von Studierenden geschrieben. Außerdem sei in Frankreich die Lehre tendenziell stärker auf die Vorlesung konzentriert und weniger diskursiv als in Deutschland. Ingesamt riet sie zu einer Nutzung deutsch-französischer Kooperationsangebote.

 

Panel 4: Kompetenzziele

Daniel Lambach stellte die Ergebnisse einer gemeinsam mit Carlo Diehl (Frankfurt) durchgeführten Auswertung von Lehrbüchern der Internationalen Beziehungen (IB) vor. Unter dem Titel „Selbstpräsentation und Lehrziele in IB-Einführungen – Spiegelbild einer fragmentierten Teildisziplin“ diskutierte er die Herausforderungen für Lehrende und Studierende sich den IB als einer pluralistischen (oder: fragmentierten?) Disziplin zu nähern. Die Lehrbücher dieses Bereichs bildeten diese Heterogenität ab, seien aber didaktisch oft zu unambitioniert und inhaltsorientiert. Er schloss seinen Vortrag mit einem Plädoyer dafür, dass sich IB-Lehrende selbstreflexiv mit ihrer Sicht auf die Teildisziplin auseinandersetzen müssten, um ihren Studierenden bei der Orientierung helfen zu können.

Anschließend präsentierte Johannes Schmoldt (Erfurt) einen Beitrag zum Thema „Redefähigkeit als Lernziel? Zur rhetorischen Dimension politischer Urteilsfähigkeit im Rahmen von Demokratieerziehung in der politikwissenschaftlichen Lehre“. Darin argumentierte er, dass der zentrale politische Bildungsauftrag der Politikwissenschaft in der Urteilsfähigkeit liege, womit er den Transfer zwischen Allgemeinem und Speziellem sowie die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Standpunkten meinte. Seine zentrale These lautete, dass die Sprache das Grundelement des Sozialen und der Politik sei und dass man Urteilsfähigkeit auch mit Redefähigkeiten verbessern könne. Die Fähigkeit zur freien Rede sei somit auch ein Element einer allgemeineren Demokratiekompetenz und sollte daher didaktisch in unsere Lehre eingebunden werden.

 

Panel 5: Ausbildungsziele I: Forschungsorientierung und Lehrerbildung

Zunächst stellte Ignaz Völk die Ergebnisse einer „Netzwerkanalyse führender Ausbildungsinstitute der Politikwissenschaft in Deutschland“ vor, die er in Kooperation mit Simon Ullrich (beide Kopenhagen) durchgeführt hat. Damit möchten sie die Mechanismen der Selbstreproduktion des akademischen Feldes über die Ausbildungswege an deutschen Universitäten untersuchen. Dazu analysierten sie Lebensläufe von 126 ProfessorInnen an 11 politikwissenschaftlichen Instituten und codierten, wo diese wichtige Karriereschritte (MA/Diplom, Promotion, Habilitation) absolvierten. Dabei zeigte sich, dass ProfessorInnen teils mehrere Schritte am selben Institut absolvieren; man kann aber auch andeutungsweise „Pfade“ zwischen bestimmten sendenden und empfangenden Instituten erkennen.

Danach diskutierten Lara Möller (Wien) und Alexander Wohnig (Siegen) die Rolle der politikwissenschaftlichen Hochschullehre in der LehrerInnenbildung, wo sie einerseits fachwissenschaftliche Ausbildung, aber auch eine didaktische Handlungsfähigkeit vermitteln soll. Letztere bedarf Sinnbildungskompetenzen, die an subjektive Vorstellungen anknüpfen und diese zum Ausgangspunkt des Lernens machen. LehrerInnen werden heute mit einer Vielzahl von Anforderungen konfrontiert (z.B. Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Extremismusprävention, Förderung von Partizipation). Dabei beobachten Möller und Wohnung eine Individualisierung und Entpolitisierung von strukturellen Problemen durch angehende LehrerInnen und in einschlägigen Lehrmaterialien. Sie schlagen eine konfliktorientierte Politikdidaktik für die Ausbildung aktiver und mündiger LehrerInnen vor.

 

Panel 6: Ausbildungsziele II: Anwendungsorientierung

Im letzten Panel der Tagung stellte ein Team von Lehrenden vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen (UDE) ihr Konzept für die Masterstudiengänge des Instituts vor. Henrik Schillinger stellte in einem einleitenden Beitrag unter dem Titel „Nur eine Marketingstrategie? Was Anwendungsorientierung in den politikwissenschaftlichen Masterstudiengängen der Universität Duisburg-Essen tatsächlich bedeutet“ verschiedene Konzeptionen von Anwendungsorientierung vor. Matthias Freise kommentierte den anwendungsnahen Duisburger Ansatz aus Münsteraner Perspektive und formulierte eine Reihe von Fragen, die von Anne Goldmann, Daniel Lambach und Toralf Stark als RepräsentantInnen der drei Duisburger Masterstudiengänge beantwortet wurden. Dabei wurde deutlich, dass für Studierende Stichworte wie Anwendungs- und Praxisorientierung bei der Masterwahl durchaus wichtig sind, auch wenn sie dies oft auf Fragen der Berufsqualifizierung verengen. Wenn sich ein Institut mit derartigen Zielen identifiziert, muss dies aber glaubwürdig und konsistent umgesetzt werden, wofür es eine Reihe von Instrumenten und Modellen gibt.

Lehrpreis für Matthias Freise

Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dass meine Co-SprecherInnen nicht nur sehr engagiert in der Organisation des AK Hochschullehre, sondern auch hervorragend in der Lehrpraxis sind, dann gibt es diesen jetzt. Nachdem Julia Reuschenbach schon im vergangenen Sommer den Lehrpreis der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn erhalten hatte, hat Matthias Freise das kürzlich um seinen Gewinn des Lehrpreises der Universität Münster ergänzt.

Die Pressemitteilung der Universität begründete die Vergabe wie folgt:

Der mit 30.000 Euro dotierte Lehrpreis 2019 ging an Dr. Matthias Freise vom Institut für Politikwissenschaft. Der Wissenschaftler setzt seit vielen Jahren das Konzept des Forschenden Lernens in seinen Lehrveranstaltungen ein. Master-Studierende erhalten dabei die Gelegenheit, neben den üblichen Seminaren auch eine Forschungsfrage zu entwickeln. So beteiligten sie sich beispielsweise an einer Studie über die Möglichkeiten grenzüberschreitender Gesundheitspolitik in Deutschland und den Niederlanden. Dazu führten sie zahlreiche Interviews mit Gesundheitsexperten und präsentierten ihre Analysen und Ergebnisse während des deutsch-niederländischen Gesundheitsgipfels in Nordhorn.

Unter der Federführung von Matthias Freise hat das Institut für Politikwissenschaft das Forschende Lernen zum Leitkonzept seiner Masterstudiengänge gemacht und in den vergangenen Jahren konsequent implementiert. Durch seine exzellente Didaktik und Lehrqualität, betonte Prorektorin Prof. Dr. Regina Jucks, setze er wichtige Impulse für die Entwicklung des Forschenden Lernens in der deutschen Politikwissenschaft. Der Erfolg seines Engagements spiegelt sich nicht zuletzt in der Wertschätzung und den sehr guten Bewertungen seiner Studierenden wider.

Dazu gibt es auch noch ein sehr schönes Video, in dem Matthias’ Engagement für das forschende Lernen gewürdigt wird. Dabei kommt auch sein Engagement im AK zur Sprache. Das freut mich natürlich besonders, aber es ist auch sehr passend, denn Matthias tritt auch bei uns für das Thema ein. Zum Beispiel hat er gleich ein ganzes Lehrbuch zum forschenden Lernen für unsere Buchreihe zur politikwissenschaftlichen Hochschuldidaktik geschrieben. Wer dazu mehr wissen möchte, findet hier ein kurzes Interview mit Matthias und hier eine Leseprobe.

Herzlichen Glückwunsch, Matthias!

 

Aufzeichnungen von der DVPW-Thementagung “Wie relevant ist die Politikwissenschaft”

Die Beiträge zur ersten DVPW-Thementagung “Wie relevant ist die Politikwissenschaft Wissenstransfer und gesellschaftliche Wirkung von Forschung und Lehre”, die am 12.-14. Dezember 2019 sind auf dem Videoportal der Goethe-Universität Frankfurt am Main archiviert. Das Programm kann hier heruntergeladen werden, allerdings gab es aufgrund von krankheitsbedingten Absagen ein paar Änderungen in letzter Minute.

 

12.12.2019

Begrüßung, Eröffnung, Panel Ia, Panel IIa
14:00-14:30 Uhr: Begrüßung und Einführung
Daniel Lambach
Armin Schäfer (Vorsitzender der DVPW, U Münster)
Manfred Schubert-Zsilavecz (Vizepräsident für Third Mission, U Frankfurt a.M.)
Rainer Forst (Co-Direktor Normative Orders, U Frankfurt a.M.)
Gunther Hellmann (Geschäftsführender Direktor des Instituts für Politikwissenschaft, U Frankfurt a.M.)
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/f5334b1eaa6e463aa2bbcf0134c4769b1d

14:30-15:10 Uhr: Eröffnungsvortrag
Nicole Deitelhoff (U Frankfurt a.M., Direktorin der HSFK): Mehr Mut zur Relevanz – Chancen und Risiken von Wissenstransfer für die Politikwissenschaft
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/f5334b1eaa6e463aa2bbcf0134c4769b1d (ab 0:31:30)

15:10-16:10 Uhr: Panel Ia – Disziplingeschichtliche und inhaltliche Entwicklung der Politikwissenschaft
Stine Marg / Julian Schenke (U Göttingen): Wir brauchen keinen Budenzauber: Die Politikwissenschaft erlangt Relevanz nur über ihren Inhalt und Gegenstand
Moritz Rudolph (U Leipzig): Politikwissenschaft gegen sich selbst. Herbert Marcuse als Politikwissenschaftler
Moderation: Helmar Schöne
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/f5334b1eaa6e463aa2bbcf0134c4769b1d (ab 1:00:30)

16:30-18:10 Uhr: Panel IIa – Politikwissenschaft und Politische Bildung
Hans-Ludwig Buchholz (PH Karlsruhe): Sollen wir denn Romane schreiben, damit man uns zuhört? Kreatives Schreiben in Wissenschaftskommunikation und Lehre
Moderation: Julia Reuschenbach
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/f5334b1eaa6e463aa2bbcf0134c4769b1d (ab 2:04:50)

 

Panel Ib, Panel IIb

15:10-16:10 Uhr: Panel Ib – Disziplingeschichtliche und inhaltliche Entwicklung der
Politikwissenschaft
Veith Selk (TU Darmstadt): Öffentliche Politikwissenschaft. Zur Aktualität praxisorientierter Modelle aus der Gründungsphase
Nina Basedahl (Euro-FH Hamburg): Quo vadis, Politikwissenschaft? Reflexionen zur Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Relevanz des Faches
Moderation: Wolfgang Bergem
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/aca22c3610404671b1f443da0818ec841d

16:30-18:10 Uhr: Panel IIb – Politikwissenschaft und Politische Bildung
Nadine Meidert (ZU Friedrichshafen): Plan- und Rollenspiele in der Politikwissenschaft: Zwischen Abbildung der Realität und normativer Zielvorstellung
Moderation: Helmar Schöne
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/aca22c3610404671b1f443da0818ec841d (ab 0:42:40)

 

Präsentation I, Podiumsdiskussion
18:30-18:45 Uhr: Präsentation I – Politikon – das digitale Magazin über Politik und Gesellschaft.
Robin Markwica (EUI Florenz)
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/be215e92c57a443f93d2f82a39ad95251d

18:45-20:15 Uhr: Podiumsdiskussion – Politikwissenschaft in der Öffentlichkeit
Hubertus Buchstein (U Greifswald), Brigitte Geißel (U Frankfurt a.M.), Karl-Rudolf Korte
(U Duisburg-Essen), Carlo Masala (UniBw München), Michaela Kolster (Phoenix)
Moderation: Kim Björn Becker (FAZ)
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/be215e92c57a443f93d2f82a39ad95251d (ab 0:14:00)

 

13.12.2019

Panel III, Panel IV

09:00-10:30 Uhr: Panel III – Der Blick über den Tellerrand der Politikwissenschaft
Thomas Köller (FH Dortmund): Redlich empirisch, aber ohne wissenschaftliche Autorität: Die Politikwissenschaft in der Konkurrenz der verschiedenen
Wissenschaftlichkeitskonzeptionen
Emily Drewing (KWI Essen) / Jörg Radtke (U Siegen): Die Nachhaltigkeitstransformation in der Politikwissenschaft: Bleibt die zentrale Aufgabe des 21. Jahrhunderts
unter dem Radar?
Moderation: Julia Reuschenbach
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/d5d27751d00b49e0a41294bd2dfc424a1d

11:00-12:30 Uhr: Panel IV – Politikwissenschaft in der Hochschullehre
Kai Koddenbrock (U Witten/Herdecke): Vom Fehlen großer Theorie und der Rolle der politischen Ökonomie: Wie die deutsche Politikwissenschaft wieder relevanter werden könnte
Dannica Fleuß (HSU Hamburg): Sollen wir in Krisenzeiten „zivilen Ungehorsam“ oder zivilen Ungehorsam unterrichten? Wissenschaftliche, pädagogische, politische Rollen
Theorielehrender im Spannungsverhältnis
Moderation: Daniel Lambach
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/d5d27751d00b49e0a41294bd2dfc424a1d (ab 1:29:00)

 

Panel V, Panel VI

13:30-15:00 Uhr: Panel V – Wahrheit und Deutungsmacht (in) der Politikwissenschaft
Frank Nullmeier (U Bremen): Wissenschaft, Wahrheit und Wirkung. Politikwissenschaft als Gegenstand einer politischen Soziologie des Wissens
Joshua Folkerts / Ronny Rohde (U Rostock): Probleme und Perspektiven politikwissenschaftlicher Deutungsmacht am Beispiel der Extremismustheorie
Monika Gonser (PH Heidelberg): Fünf Relevanzen im Umgang mit Wissen in (transdisziplinären) Wissenschaft-Praxis-Kooperationen
Moderation: Wolfgang Bergem
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/fb28c6c3bca24ccc8ba9965e8a56dee51d

15:30-17:00 Uhr: Panel VI – Wissenstransfer aus der Politikwissenschaft
Hendrik Hegemann / Holger Niemann (IFSH Hamburg): Relevante Grenzen? Herausforderungen und Dilemmata von Wissenstransfers im Bereich Sicherheit und Frieden
Moderation: Helmar Schöne
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/fb28c6c3bca24ccc8ba9965e8a56dee51d (ab 1:55:40)

18:00-19:30 Uhr: Keynote
Helge Fuhst (ARD): Politikwissenschaft im Scheinwerferlicht – Kann sie den TV-Auftritt?
Moderation: Julia Reuschenbach
https://www.youtube.com/watch?v=gLQ4QWbMfh0

 

14.12.2019

Panel VII, Panel VIII

09:00-10:30 Uhr: Panel VII – Politikwissenschaft und Politikberatung
Annegret Bendiek / Nadine Godehardt / David Schulze (SWP Berlin): Beyond hard science: Deep View und digitale Geopolitik zwischen EU und China
Sonja Blum (FernU Hagen) / Jens Jungblut (U Oslo): From research to practice? The role of political scientists in advising politics in Germany
Moderation: Helmar Schöne
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/c7ba143651c841c183529d26f9d4a2d71d

11:00-11:30 Uhr: Präsentation II – Mercator Science-Policy Fellowship-Programm
Tome Sandevski / Gunther Hellmann (U Frankfurt a.M.)
Moderation: Wolfgang Bergem
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/c7ba143651c841c183529d26f9d4a2d71d (ab 1:30:20)

11:30-13:00 Uhr: Panel VIII – Politikwissenschaft und politische Praxis: Das Beispiel Internationale Politik
Gunther Hellmann (U Frankfurt a.M.): Die Praxisrelevanz einer theoretischen Politikwissenschaft im Feld der Internationalen Beziehungen
Danielle Gluns (U Hildesheim): Transfer in der Migrationspolitikforschung – Zwischen Neutralität und Normativität
Gregor Reisch (Auswärtiges Amt Berlin) / Corinna Jentzsch (U Leiden): Hätten wir den Syrienkrieg vorhersagen können? Möglichkeiten und Herausforderungen der Zusammenarbeit zwischen empirischer Konflikt- und Friedensforschung und auswärtiger Politik.
Moderation: Daniel Lambach
https://mediasite-portal.rz.uni-frankfurt.de/Mediasite/Showcase/events/Presentation/c7ba143651c841c183529d26f9d4a2d71d (ab 1:46:30)